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Finanzen verstehen: Einkommensnachweis? Kaution? So mietest du dir deine eigene Bude

Endlich ausziehen - nur wie eigentlich? Vom Einkommensnachweis bis zur Kaution: Das musst du bei der Wohnungssuche beachten.

von Katharina Weiß

Wohnung mieten

Ab ins eigene Zuhause - so geht's

Pexels

So nett ein stets von Mutti gefüllter Kühlschrank auch ist: Irgendwann hat man es satt, erklären zu müssen, warum man schon wieder erst weit nach Mitternacht durch die Haustüre gestolpert kommt - und dann auch noch in Begleitung. Die Sehnsucht nach den eigenen vier Wänden wächst. Wer schon für Ausbildung oder Studium die Stadt wechseln muss, für den kommt der Auszug vergleichsweise früh. Bei anderen sorgt erst ein entsprechender Leidensdruck für den finalen Schritt im Abnabelungsprozess. Wirklich erwachsen fühlt man sich deshalb noch lange nicht. Immerhin darf man jetzt aber selber entscheiden, wie sich der eigene Tagesablauf konstituiert. Doch bevor die erste WG-Sause ansteht oder die Wohnungseinweihung begangen wird, muss ein Dach über dem Kopf gefunden werden. NEON erklärt, wie man sich eine eigene Bude mietet.

Das ist die richtige Wohnung

Wer in beliebten Studentenstädten wie Berlin, Hamburg oder München eine bezahlbare Bleibe finden möchte, der muss oft lange in Immobilienportalen, sozialen Netzwerken oder Zeitungsanzeigen stöbern. Bei Unsicherheiten, was das Budget betrifft, sollte eine grundsätzliche Faustregel beachten werden: Die Miete darf inklusive aller Nebenkosten nicht mehr als ein Drittel der Netto-Einnahmen verschlingen. Besonders bei den Nebenkosten lohnt es sich genauer hinzuschauen: Strom, Wasser, Gas sind Klassiker. Aber manche Mietverträge beinhalten auch eine Pauschale für Hausmeisterdienste, Aufzugwartung oder Gartenpflege.

Neben den finanziellen Aspekten sollte auch die Wahl der Nachbarschaft in die Entscheidung mit einfließen. Wie ist die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel? Ist es einem wichtig, dass es leiste ist, oder kann die Ruhe zu Gunsten des regen Kiezlebens geopfert werden? Fühlt man sich auch bei Nacht auf dem Nachhauseweg sicher?

So bewerbe ich mich

Hierbei herrschen große Unterschiede zwischen der Bewerbung auf eine Wohnung, in deren Mietvertrag man als einziger oder Hauptmieter geführt wird, und der Bewerbung auf ein WG-Zimmer, beispielsweise mit einem Untermietervertrag.

Ist Ersteres der Fall gilt, salopp gesagt: Je spießiger, desto besser. Ähnlich zur Jobbewerbung hängen viele Interessenten im urbanen Raum mittlerweile professionelle Lebensläufe und Motivationsschreiben an. Zudem haben Vermieter selten Lust auf eine Feier-WG, die Bad und Küche verschleißt, im ganzen Haus Marihuana-Geruch verbreitet und durch ständige Zwischenmietverhältnisse für unregelmäßige Einnahmen sorgt. Aber auch abseits dieser Extreme sind kleine Flunkereienan der Tagesordnung. Ein Beispiel: Wer eigentlich eine Zweier-WG gründen will, tut manchmal besser daran, sich als arbeitsames Pärchen zu verkaufen.

So ziemlich das genaue Gegenteil ist der Fall, wenn man sich auf ein WG-Zimmer bewirbt. Auch hier treibt die großstädtische Wohnungsnot eigenartige Blüten: Man fühlt sich häufig so, als würde man zum Persönlichkeitscasting geladen, und nicht zur Zimmerbesichtigung. Wer nach 20 Bierrunden in diversen Hipster-WGs immer noch keine Zusage erhalten hat, der befürchtet schnell, zu uncool für die ganze Stadt zu sein. Grundsätzlich macht es Sinn, bei der Wahl der WG ähnlich wie in der Liebe zu agieren. Ein bisschen Schönfärberei ist in Ordnung. Doch Ehrlich währt am längsten. Denn wer – nur um den Casting-Juroren zu gefallen – behauptet, super interessiert an einem regen Sozialaustausch über indische Politik zu sein, gerne mit den Mitbewohnern vegan zu kochen und nichts gegen häufigen Besuch von Couchsurfern zu haben, der kann schnell in seinem persönlichen Albtraum landen.

Das Problem mit dem Einkommensnachweis

Eine Herausforderung, die viele junge Möchtegern-Mieter kennen: Nach sorgfältigem Kassensturz befindet man, sich die Wohnung gerade so leisten zu können und der Finanzplan ist gemacht – aber dem Vermieter reicht das monatliche Gehalt als Sicherheitspuffer nicht aus. Wessen Einkommensnachweis unter den gewünschten Standards des Vermieters steht, der muss häufig die Eltern um eine Bürgschaft bitten. Oder die Wohnung gleich von Mama oder Papa anmieten lassen und denen dann monatlich das Geld überweisen. Dieses Abhängigkeitsverhältnis ist mittlerweile auch für Mittzwanzigern kein ungewöhnliches Szenario. Wege, darum herum zu kommen, gibt es vor allem innerhalb eines Wohnungsmarktes, in dem auf eine Studentenbude häufig über 50 Bewerber kommen, nur sehr selten. Wer sich also mit den Eltern verkracht hat, kann nur einen Freund mit regelmäßigem Einkommen in der geforderten Höhe um eine Bürgschaft bitten, oder muss noch länger nach einer günstigeren Alternative suchen.

Endlich unterschreiben

Ein Mietvertrag kann eine Kautionsvereinbarung beinhalten. In diesem Fall sind bis zu drei Monatsmieten bei Vertragsabschluss an den Vermieter zu überweisen. Bleibt die Wohnung unbeschädigt, wird dieser Betrag nach Ende des Mietverhältnisses zurückgezahlt. Um nicht für die Schäden vorheriger Bewohner zu blechen ist es wichtig, vor Bezug der Bude eine Bestandsaufnahme von großen Makeln und kleinen Mängeln zu machen. Wer sich absichern will erstellt einen Ordner mit digitalen Fotos, die er per Mail an den Vermieter sendet und auch für sich archiviert. Ein ähnlicher Vorgang findet schließlich auch im Rahmen der Wohnungsübergabe statt.

Und dann hältst du ihn endlich in den Händen: Den Schlüssel zur hoffentlich besten Zeit deines Lebens!