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Nostalgie: Von "Schlumpfi" bis "Mary-Gate Olsen": Das sind unsere peinlichen ersten E-Mail-Adressen

Es gibt einige Dinge, für die man sich im Nachhinein schämen kann – bei vielen Menschen gehört die erste E-Mail-Adresse definitiv dazu. Wir haben die Kollegen in der Redaktion ausgequetscht und die peinlichsten Beispiele zusammengetragen.

Meine peinliche E-Mail-Adresse

Keine Idee für die neue E-Mail-Adresse? Lass dich hier inspirieren. 

Getty Images

Ich weiß noch, dass ich einmal einen Fragebogen in einer Teenie-Zeitschrift ausgefüllt habe. Da wollten sie wissen, wie oft ich Zeit im Internet verbringe. Optionen: Einmal am Tag, mehrmals die Woche, einmal die Woche, mehrmals im Monat oder einmal im Monat. "Wer geht denn jeden Tag ins Internet?", dachte ich und kreuzte "einmal im Monat" an – obwohl es definitiv weniger war. 

Die Eintrittskarte zum "World Wide Web" war aber die erste, eigene E-Mail-Adresse (vorzugsweise eine, die nicht die Eltern ausgesucht haben). In meinem Fall war es happy-dennilein@web.de. Dennilein kommt von meinem Spitznamen Denni. Das -lein sollte es dann noch etwas süßer machen, denn früher wollte man ja vor allem besonders süß sein. Was das "happy" sollte, weiß ich allerdings nicht. Während meiner Pubertät wäre "super sad" eigentlich treffender gewesen. Spätestens als ich mich das erste Mal bewerben und eine Mail-Adresse angeben sollte, musste "Happy Dennilein" sterben – und wurde durch eine sehr langweilige, aber seriöse ersetzt. 

Mir war klar, dass ich nicht die Einzige mit einer so peinlichen ersten Mail-Adresse sein konnte, also habe ich in der NEON- und stern-Redaktion rumgefragt (und fühle mich jetzt ein bisschen weniger beschämt).

Der Klassiker: Die Hotmail-E-Mail-Adresse

Svenja: Chaosknirps@hotmail.de

"Ich habe in meiner Kindheit und Jugend Handball gespielt und wurde von meinen Teamkollegen manchmal 'Chaosknirps' genannt, weil ich immer eine der Kleinsten war und meine Neigung zur Tollpatschigkeit bei nicht wenigen Punktspielen zu kleinen und größeren Katastrophen führte. Meine erste Mailadresse habe ich mit einer Mitspielerin erstellt, die neben mir saß und auf diesen Namen bestand. Ich fand es erst lustig, habe die Mailadresse aber bald in eine deutlich seriösere Variante geändert, die so etwa rocky91@hotmail.de hieß (Rocky war der Name meines Pflegeponys)."

Luisa: schrullchenrob@hotmail.com

"Meine allerallererste Mailadresse hat mir mein Vater angelegt und war stinklangweilig, weil sie nur aus meinem Namen bestand. Da musste natürlich schnellstmöglich eine neue her. Geschaffen war: schrullchenrob@hotmail.com. Wie meine damalige Klassenkameradin und ich auf Schrullchen kamen, weiß ich heute nicht mehr. Vielleicht hatte es was mit 'schrullig' zu tun, vielleicht mochten wir einfach nur den Sound.

Das 'Rob' dazu kann ich aber erklären. Ich war riesengroßer Robbie-Williams-Fan. Und warum Rob statt Robbie? Nun ja, Rob nannten ihn nur seine engsten Freunde (das hatte mir wahrscheinlich die "Yam!" verraten) und da wollte ich NATÜRLICH dazugehören. Trotz der kreativen E-Mail-Adresse mit einer Hommage an ihn, hat mich Robbie nie erhört. Dafür musste ich die Adresse jahrelang erklären, bis ich zu der zurückgekehrt bin, die mein Vater für mich gemacht hatte. Papa knows best."

Gesa: marygate-olsen@hotmail.de

"Mary-Kate Olsen war leider schon vergeben."

Jule: sunshine1192@freenet.de

"Ich weiß noch ganz genau, wie aufgeregt ich war, als ich gemeinsam mit meinem Opa an seinem alten, laut rauschenden PC im Arbeitszimmer meine erste Mail-Adresse eingerichtet habe. Der Druck der Namensfindung war groß – schließlich sollte das jetzt eine Entscheidung für den Rest meines Lebens sein. Dachte ich zumindest. Sunshine, weil englische Wörter damals einfach WAHNSINNIG cool waren, 11, weil ich elf war, und 92, weil ich 1992 geboren wurde. Alles ganz logisch also. Wurde übrigens wenige Jahre später von scoop-no1@hotmail.de abgelöst – MSN und so. Machen sich meine Freunde immer noch lustig drüber."

Wo kommt der Schlumpf her?

Anonym: gottastayfly8@yahoo.com

"Dass es überhaupt zu der Zeit Leute gab, die 1 bis 7 schon ausgewählt hatten, ist unglaublich. Diese Mail ist einfach aus Überzeugung entstanden – ich glaubte damals wirklich, dass ich cool war. Und natürlich war 'stay fly' zu der Zeit allgegenwärtig in der Jugendsprache bei uns. Ich und meine Freunde sagten es immer zueinander. Wahrscheinlich geklaut von irgendeinem schlechten Rap-Song."

Jannik: schlumpfi009@web.de

"Ich war damals – glaube ich – zehn Jahre alt und ich erinnere mich, wie ich auf dem Sofa im Wohnzimmer mit meiner Mutter saß. Sie richtete mir den Account ein, mit dem Laptop auf dem Schoß. Ich weiß noch, wie wichtig mir der Name der E-Mail-Adresse war – ich habe so lange überlegt, bis meine Mutter genervt war. Am Ende hat sie mir "die Pistole auf die Brust gesetzt", weil sie keine Lust mehr hatte zu warten. Ich hatte schon immer Schwierigkeiten, mich zu entscheiden. Warum ich ihn dann 'schlumpfi009' genannt habe – ich kann es dir heute nicht mehr sagen. Ein großer Schlümpfe-Fan war ich eigentlich nicht."

Ivy: klene193@web.de

"Knuddels kennt jeder. Bei mir zu Hause gab es aber noch den 'Main Franken Chat'. Da war es üblich, sich einen Namen zu geben, in dem der Ort, aus dem du kommst, mit drin ist. Meiner war klene1@obw ('obw' für Oberwerrn, das Kaff aus dem ich komme). Da das dann natürlich nicht mit einem @-Zeichen in eine Mailadresse passte, musste eben noch mein Geburtsdatum dazu. Sehr ausgeklügelt!"

Wiebke: zornizorni@web.de

"Ich bin eigentlich nie zornig, sondern eigentlich immer extrem geduldig, aber wenn ich mal zornig bin, sind alle immer fürchterlich überrascht, weil ich dann so richtig zornig bin. Irgendwie hat sich daraus so ein alberner Spitzname entwickelt."

Finn: lil_finn@web.de

"Ich bin heute noch nicht groß, aber war zu meiner Jugend wirklich unfassbar klein. Und zwar so klein, dass ich mit meinem Bruder um einen Fuffi gewettet hatte, ob ich zum 16. Geburtstag die 1,50 Meter knacke (was mir letztlich so gerade eben gelang). Inspiriert zu „lil_finn“ hatte den kleinen zwölfjährigen Finn sein Interesse an US-Hip-Hop und damit verbunden die gute Lil' Kim."

Die gemeinschaftliche Familien-Adresse

Kerstin: SanderKM@aol.de

"Peinlich ist an meiner ersten E-Mail-Adresse, dass ich sie mir mit meinem Mann geteilt habe ... Das muss 1997 gewesen sein, als AOL auf jede Zeitschrift eine CD gepappt hat. Eine Familienadresse quasi: Kerstin und Matthias."

Henry: Rotauge@ibm.com

"Internet? War 1994 gefühlt für den privaten Gebrauch gerade erfunden. Ich wechselte damals von Windows auf OS/2 von IBM. OS/2 war seiner Zeit sehr weit voraus, unter anderem auch deshalb, weil die Version Warp 3 komplett mit Internet-Zugangssoftware ausgeliefert wurde. Alles, was man brauchte, war eine Kreditkarte. Mit der meldete man sich bei IBM an und bekam für umgerechnet 20 Euro im Monat eine Mail-Adresse und konnte sich mit einem Modem (28 Kbit/sek) über IBM in das Internet einwählen.

Bei meiner Mailadresse glaubten viele, ich sei ein begeisterter Vogelfreund und der Rotauge mein Lieblingstier. Tatsächlich kann ich kaum ein Vogel vom anderen unterscheiden. Ich hatte bei der Namensgebung meine vom intensiven Daddeln oft rotgeränderten Augen im Sinn ..."

Marco: lapm69@aol.com

"Mein Benutzername fürs System war mpal96, daraus habe ich dann die eMail-Adresse lapm69@aol.com gemacht. Daraus entstand mein jahrelanger Spitzname 'Lampe' – einige haben aber auch gerne Lappen gesagt. Was 69 bedeuten könnte, war mir damals noch ungeläufig."