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Umweltschutz: Peinliches Plastik: So will dieser Supermarkt verhindern, dass Kunden Plastiktüten kaufen

Ob Warzenbehandlung oder Porno-Shop – mit peinlicher Werbung auf ihren Plastiktüten will ein Supermarkt in Kanada seine Kunden dazu anregen, auf Plastik zu verzichten. Und die Slogans sind sehr lustig.


Kein Plastik mehr ab 2021 – das hat der kanadische Premierminister Justin Trudeau nun angekündigt. Das Verbot von schädlichem "Einwegplastik" in Form von Strohhalmen, Plastikgeschirr, Wattestäbchen und eben auch Tüten, soll Teil einer größeren Strategie sein. Laut Angabe des kanadischen Radiosenders "CBC" will sich Kanada damit am Model der EU orientieren: Das EU-Parlament hatte nämlich im März beschlossen, Einwegplastik zu verbieten.

Und während in Deutschland immer mehr Supermärkte das Plastik bei Obst und Gemüse abschaffen oder auch Tüten an der Obst- und Gemüsetheke kostenpflichtig machen, lassen sich auch in Kanada die Geschäfte nicht lumpen. In Vancouver versucht der Bio-Supermarkt "East West Market" dem Plastik-Boom mit einer PR-Aktion entgegenzutreten: Wer eine der dünnen Plastiktüten an der Kasse mitnehmen will, muss nicht nur einen Aufpreis zahlen, sondern bekommt dazu noch im wahrsten Sinne einen Spruch gedrückt. Denn auf den Tüten stehen Werbeslogans. die von der Pflege für den Dickdarm bis hin zum Porno-Shop reichen. Die Idee ist wohl, dass Kunden aus Scham beim nächsten Mal lieber ihre eigenen Beutel mitbringen.

It’s hard to always remember a reusable bag. We redesigned our plastic bags to help you never forget again.

Gepostet von East West Market am Donnerstag, 6. Juni 2019

Besser gar keine Tüten?

Der kurze Werbeclip des Unternehmens zu den peinlichen Tüten ist ein Renner bei Facebook und erntet Lob für die clevere Idee. Viele Kunden bemängeln jedoch, dass man statt neuen, bunten Tüten lieber ganz auf Plastik hätte verzichten sollen. Immerhin reißen die Tüten mit fünf Cent pro Stück ein kleines Loch in den Geldbeutel. Das schon geringe Centbeträge eine große Wirkung haben können, hat sich in Deutschland gezeigt: Seit die Plastiktüten an der Supermarktkasse 20 Cent kosten, hat sich der Verbrauch pro Person in den letzten zwei Jahren fast halbiert, wie eine Erhebung der Gesellschaft für Verpackungsforschung kürzlich zeigte.

Doch trotz Tüten-Pfand könnte es sein, dass die neuen Plastiktüten eher zum Sammel- als zum Hassobjekt werden. Bis sich die Idee durchsetzt, einfach ganz auf Plastiktüten zu verzichten, wird es wohl vielfach noch eine Weile dauern. Laut dem UN-Umweltprogramm haben weltweit 61 Staaten die Herstellung und den Import von Plastiktüten verboten, 83 Staaten immerhin auch den Vertrieb. Und vielleicht werden bis dahin die im Umlauf befindlichen Tüten immerhin mehr als einmal benutzt.

Mareike Huhn will das Paradies retten
lau