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Deutsche Hochstaplerin: Fake-Erbin in New York verurteilt: Anna Sorokin muss bis zu zwölf Jahre in Haft

Privatjets, Luxusreisen, teure Restaurants: Anna Sorokin, die Fake-Erbin aus Deutschland, lebte ein unglaubliches Leben in der New Yorker Schickeria - aber ließ andere dafür bezahlen. Nun muss die Hochstaplerin hinter Gitter. Für lange Zeit.

Anna Sorokin

Das Gesicht zum Strafmaß: Anna Sorokin vor dem Manhattan Supreme Court, der gerade geurteilt hat, dass die 28-Jährige bis zu zwölf Jahre ins Gefängnis muss.

AFP

Die deutsche Hochstaplerin Anna Sorokin ist in New York zu einer Haftstrafe von vier bis zwölf Jahren verurteilt worden. Das teilte das höchste Gericht des Bundesstaats New York mit. Ein Gericht hatte Sorokin Ende April bereits schuldig gesprochen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich die Frau unter dem Namen Anna Delvey in der New Yorker High Society als falsche Millionenerbin Leistungen im Wert von mehr als 200.000 Dollar erschlichen hat. Außerdem soll sie versucht haben, mit weiteren Betrügereien Millionenbeträge zu ergaunern.

Geld für Restaurants und Geschenke ergaunert

Der Fall hatte internationales Aufsehen erregt. Die in Russland geborene Sorokin war im Alter von 16 Jahren nach Deutschland gezogen und in Eschweiler bei Aachen zur Schule gegangen. Mit immer neuen Lügen und Ausflüchten soll sie sich als Hochstaplerin Geld für Restaurantbesuche, Geschenke und Hotelübernachtungen erschlichen haben.

Böse Taten, gute Looks: Anna Delvey & Co.: Wenn der Gerichtssaal zum roten Teppich wird
Anna Delvey aka Anna Sorokin vor Gericht

Anna Delvey aka Anna Sorokin im Gerichtssaal in New York City

Bezirksstaatsanwalt Vance dankte den Ermittlern und der Jury, die dazu beigetragen hätten, dass Sorokin nun "für ihre zahlreichen Diebstähle und Lügen" zur Rechenschaft gezogen werde. Neben einer Haftstrafe droht der Verurteilten die Abschiebung nach Deutschland - ihr 90-tägiges Besuchervisum in den USA ist schon lange abgelaufen.

Während des Prozesses hatte Verteidiger Todd Sprodek von Anfang an eine aggressive Strategie verfolgt. Er hatte argumentiert, Sorokin habe das Geld stets zurückzahlen wollen. Zum Ende der Verhandlung hatte Sprodek erklärt, dass Sorokin letztlich nur so vorgegangen sei, wie einst von Frank Sinatra im Lied "New York, New York" besungen. "Sinatra hat in New York einen brandneuen Start hingelegt, genauso wie Miss Sorokin", sagte Sprodek laut "New York Post".

Verfilmt Netflix ihr Leben?

Berichten zufolge will nun nicht nur der Streamingdienst Netflix Sorokins Schicksal verfilmen. Ein Opfer der Hochstaplerin, die ehemalige "Vanity Fair"-Fotoredakteurin Rachel Williams, verkaufte ihre Geschichte nach eigener Aussage an den Buchverlag Simon & Schuster und an den Sender HBO.

Vor Gericht fand Sorokins Kleiderwahl besondere Beachtung. Über Wochen hatten Medien über die stets eleganten Outfits der Angeklagten diskutiert. Am letzten Verhandlungstag trug sie ein kurzes Kleid  - laut "New York Times" in "jungfräulichem Weiß", das eher für eine "Kommunionfeier als für einen Gerichtssaal" geeignet gewesen sei. Die Mode-Kritikerin des Blattes, Vanessa Friedman, mutmaßte nun auf Grundlage von Sorokins Kleiderwahl, die Hochstaplerin könne ihren Schuldspruch erahnt haben. Am Donnerstag war sie im schwarzen Minikleid vor Gericht erschienen.

nik / DPA