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Facebook-Post Nach emotionalem Brief: Stuttgarter Getränkemarkt verbannt Einweg-Plastik


In einem offenen Brief auf Facebook hatte der Besitzer eines Stuttgarter Getränkemarkts seinem Ärger über Plastik-Einwegflaschen Luft gemacht – nun lässt er seinen Worten Taten folgen.

Vor einigen Wochen beschwerte sich ein Stuttgarter Getränkehändler auf Facebook über ein großes Problem – ein 52 Säcke großes Problem, um genau zu sein. Auf einem Foto, über das auch NEON berichtete, ist ein Bild von 52 Säcken à 10.400 Einwegflaschen und Dosen zu sehen. Darunter ein emotionaler Brief, in dem der Geschäftsführer Hans-Peter Kastner harsche Kritik an unserem Konsumverhalten übte. 

"In Zeiten, wo viele von Umweltschutz und Nachhaltigkeit reden, wo eine kleine Schwedin es schafft die ganze Welt zum Zuhören zu bringen, wo Freitag die Schule zweitrangig ist und wir täglich Gedanken austauschen wie wir das Klima und die Umwelt retten können, wo es sich um Elektromobilität und Weltvermüllung dreht, schaffen wir es innerhalb von 12 Wochen sage und schreibe: 52 Säcke a 200 Stück, also 10 400 Einweg Flaschen & Einweg Dosen von unseren Kunden zurück zu bekommen", schrieb er. 

"Wasser Marsch und Einweg Tschüss!!!"

Der Post wurde über 50.000 Mal geteilt, woraufhin der Geschäftsführer ankündigte, in Zukunft keine Einweg-Plastikflaschen mehr zu verkaufen. Seit dem 1. August folgen seinen Worten Taten. In einem Post auf Facebook schreibt er nun: "Wasser Marsch und Einweg Tschüss!!!" Ab jetzt gibt es in deinem Getränkeladen keine Einweg-Plastikflaschen und Einweg-Dosen mehr. Die Follower auf Facebook sind begeistert und kommentieren und teilen auch diesen Post zahlreich.

Im Interview mit dem Nachhaltigkeitsportal "Utopia" erklärt Kastner aber, dass das Verbannen von Einwegplastik alleine  nicht ausreichend sei. Ihm liege am Herzen, dass seine Kunden zudem regionale Produkte kaufen: "Umso kürzer die Transportwege sind, desto besser für die Umwelt."Seine Kritik an Einwegflaschen bezog sich in dem Post vom Juni vor allem auf zwei Bereiche: Einerseits bedeute für ihn das Entsorgen der 10.400 Flaschen und Dosen einen finanziellen Verlust von 500 Euro. Das Pfand bekomme er zwar bei Clearingstellen, zu welchen er die Säcke bringen muss, erstattet. Es fallen seiner Aussage nach allerdings fünf Cent Lagergebühren pro Stück an. Anderseits, und das ist Kastner zufolge der viel wichtigere Punkt, stelle sich die Frage: "Wo endet dieser Müll? Wir wissen es nicht!" 

"Ganz ehrlich", schrieb er. "Ich kann Ihnen nicht sagen, ob diese Flaschen fachgerecht recycelt werden – oder wie so viel anderer Müll einfach in das ferne Ausland verkauft und dort in die See geschmissen wird."

Quellen: Facebook, "Utopia"

ivy

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