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Twitter-Thread: Die gruselige Geschichte einer Frau, die merkt, dass mit ihrem Taxifahrer irgendwas nicht stimmt

Vor allem in Zeiten von Fahrdiensten wie Uber wird die Taxifahrt schon mal zum Lotteriespiel: Ist mein Fahrer vertrauenswürdig? Das besonders abschreckende Beispiel einer Frau, die offensichtlich in das falsche Auto stieg, geht gerade viral.

Taxi

Vor allem Frauen stellt sich immer wieder die Frage: Kann ich mich zu dem Typen ins Auto setzen? Oder sollte ich es lieber lassen?

Unkompliziert, schnell und günstig: Das sind die Vorzüge, mit denen Taxi-Apps wie Uber in den Wettbewerb zur traditionellen Konkurrenz treten. Allerdings fährt bei ihnen auch immer ein mulmiges Gefühl mit, und das betrifft die Fahrer: Sind sie ortskundig? Sind sie überhaupt vertrauenswürdig?

Besonders für Frauen, die alleine unterwegs sind, stellt sich oft die Frage: Kann ich mich zu dem Typen ins Auto setzen? Oder sollte ich es lieber lassen? Das abschreckende Beispiel einer Frau, die ganz offensichtlich in das falsche Auto gestiegen ist, geht gerade viral. 

Der Beginn einer Horrorfahrt

Es ist die Geschichte der Userin @kellybarnhill, die sich vor einigen Tagen am Flughafen von Houston im US-Bundesstaat Texas für den Fahrdienst Lyft entschied. Ihr sei nicht klar gewesen, wie ungeschützt wir in diesen Autos mit Fremden seien: "Aber das sind wir. Und ich bin mir nicht sicher, dass die Bequemlichkeit es wert ist."

Sie habe kein schlechtes Gefühl gehabt, als sie in den Wagen gestiegen sei, denn der junge Fahrer habe gut ausgesehen und ein lockeres Lächeln gehabt. Schon bald habe er sich über seine App beklagt, die ihm andauernd nicht die beste Route empfehlen würde. 

@kellybarnhill habe zunächst nicht begriffen, was der Fahrer damit sagen wollte: dass er eine andere Strecke fahren und die App abschalten wolle. Was er dann auch tat.

Nach einem Tankstopp plauderte die Frau mit dem Fahrer über seine Familie, seine anderen Jobs, was ihn nach Houston verschlagen habe. "Du hast schöne Augen", habe er ihr plötzlich gesagt. "Danke", erwiderte sie. Darauf habe er es gleich noch einmal gesagt, und sie habe deshalb lieber keinen Ton mehr von sich gegeben.

Stattdessen habe sie damit begonnen, Mails auf ihrem Telefon zu bearbeiten. Dabei bemerkte sie die voraussichtliche Ankunftszeit, die sich von 20:15 Uhr schnell auf 20:20 Uhr verlängerte, schließlich auf 20:25 Uhr. "Fahren wir in die richtige Richtung?", habe die Frau den Fahrer gefragt. Ja, habe dieser geantwortet: "Der Verkehr in Houston ist schrecklich."

Noch einmal habe der Fahrer ihr ein Kompliment für ihre schönen Augen gemacht, das sie ignorierte. Zur gleichen Zeit sei es immer dunkler geworden, es kam ihr vor, als würden sie in die komplett falsche Richtung – nämlich raus aus Houston – fahren.

Kein Netz, keine Lichter, keine Gebäude

Plötzlich habe die App auf ihrem Handy nicht mehr funktioniert: Das Handynetz war ausgefallen. Vergeblich habe sie versucht, ihren Mann anzurufen. "Draußen konnte ich keine Stadtlichter, keine Gebäude, kein Garnichts sehen", schreibt @kellybarnhill. "Nur eine Leere aus Land und Kühen."

"Entspann dich", habe der Fahrer gesagt auf ihre Frage, ob sie in die richtige Richtung fahren würden. "Ich weiß, was ich tue." Obwohl ihr Herz längst pochte, habe sie es fortan mit freundlicher Konversation versucht, habe dem Fahrer von ihren Kindern erzählt und wie sehr diese sie bräuchten. 

Und dann – schließlich sei sie Autorin – habe sie eine Geschichte erfunden: Sie begann sich über ihren Arbeitgeber, eine länderübergreifende Sicherheitsfirma, zu beklagen. Sie erfand Geschichten über Kollegen, die früher in Spezialeinheiten gedient hätten, die Nacken hätten, die größer als ihre Hüfte seien. Kollegen mit russischem Akzent, die schwören würden, in Vermont geboren zu sein.

Sie habe über ihr fancy Handy geschimpft mit seinen lächerlichen Sicherheitseinstellungen. Sie sei sich ziemlich sicher, habe sie gesagt, dass ihr Telefon immer mithören und alles aufzeichnen würde. Dass ihr Boss auf diese Weise immer wissen würde, wo sie sich gerade aufhielt.

Der Verkehr müsste sich inzwischen beruhigt haben, habe der Fahrer daraufhin plötzlich gesagt und scharf gewendet. Es war nun 20:40 Uhr – die ursprünglich halbstündige Fahrt dauerte inzwischen schon über eine Stunde. Fünf Minuten später habe auch ihr Handy wieder Empfang gehabt.

94 Dollar für 90 Minuten Angst

Bald darauf sei sie mit zitternden Händen und wackligen Beinen am Hotel angekommen – nach 90 Minuten Fahrt. Preis: 94 Dollar statt der ursprünglich angegebenen 30 Dollar.

@kellybarnhill schließt aus ihrer Horrorfahrt, dass der Fahrer entweder wirklich Böses im Schilde führte – oder sie einfach um 60 Dollar prellen wollte: "Beide Optionen sind scheußlich."

Ihr sei bewusst, dass sie die Polizei hätte rufen sollen: "Das EINZIGE, was ich wollte, war, aus diesem Auto zu gelangen. Das EINZIGE, was ich wollte, war, die Situation nicht eskalieren zu lassen."

Sie habe Lyft über den Vorfall informiert. Der Fahrdienst habe ihr daraufhin bloß die Differenz erstattet: "Ich musste also immer noch 30 Dollar für 90 Minuten schrecklicher Angst bezahlen."

Eine Lyft-Sprecherin teilte via "Indy100" zu dem Vorfall mit, der inzwischen tausendfach im Netz geteilt wurde: "Die Sicherheit unserer Community ist die höchste Priorität für Lyft. Das beschriebene Verhalten sei beunruhigend und inakzeptabel." Man habe Ermittlungen eingeleitet und den Fahrer aus dem Verkehr gezogen.

Der Passagierin habe das Unternehmen seine Unterstützung versichert.

Der komplette Thread zum Nachlesen:

Video: Tausende Taxifahrer demonstrieren gegen Gesetzesänderung
tim
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