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#trashtag Nach der Ten-Years-Challenge: Warum jetzt alle Fotos von Müllsäcken posten

Die #trashtag-Challenge inspiriert Menschen weltweit mit anzupacken.
Die #trashtag-Challenge begeistert nicht nur das Netz, sie macht die Welt auch zu einem sauberen Ort.
In der Internet-Challenge werden Nutzer dazu aufgerufen, Müll in der Natur einzusammeln.
Unter dem abgewandelten Hashtag #trashtag inspiriert sie Menschen weltweit. Und so funktioniert sie:
Menschen suchen sich einen verschmutzten Ort in der Natur und machen ein Bild der Verschmutzung.
Dann heißt es anpacken und Müll sammeln bis der Platz wieder sauber ist.
Nach getaner Arbeit wird wieder ein Foto geschossen.
Umweltfreunde posten diese Vorher-Nachher-Bilder in den sozialen Medien.
Auch die deutsche Bloggerin Louisa Dellert gehört zu den Aufräumenden.
Regelmäßig sammelt sie Müll in der Natur und fordert ihre Follower auf, das Gleiche zu tun.
Auf ihrem Account inspiriert sie jeden Tag Menschen dazu, plastikfrei zu leben.
Die #trashtag-Challenge ist eine Challenge, von der wir hoffen,
dass sie mehr als nur ein kurzer Netztrend bleibt.
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Bei Instagram und Twitter jagt eine Challenge die nächste. Manche sind mehr, manche weniger sinnvoll. Der Hashtag #trashtag ist allerdings wirklich cool.

Ein Mann sitzt auf einem kleinen Holzstuhl – um ihn herum und unter seinen Füßen liegt überall Plastikmüll. Scrollt man das Bild nur ein bisschen weiter runter, sieht man die gleiche Person zwischen unzähligen grünen Müllsäcken. "Hier ist eine neue #challenge für alle gelangweilten Teenager", schreibt @thescientistfacts dazu und ruft seine fast eine Million Abonnenten auf, auch bei der sogenannten #trashtag-Challenge mitzumachen. Die Aufgabe: "Mach ein Foto von einem Gebiet, das dringend aufgeräumt werden muss, fotografiere das Ganze nochmal, nachdem du aufgeräumt hast und poste es dann."

Die Idee hinter dem Hashtag ist nicht neu: Schon 2015 hatte ihn das Unternehmen UCO, die Outdoor-Ausrüstung herstellen, gestartet. Sie wollten die User dazu aufrufen, bei einer organisierten Aufräum-Aktion im Oktober 2016 mitzumachen. Doch erst in den vergangenen Wochen bekam der Hashtag durch Posts wie den von @thescientistfacts mehr Aufmerksamkeit. Immer mehr User teilen ihre Aufräum-Ergebnisse unter #trahtag.

Das Ganze erinnert ein wenig an die 10-Years-Challenge, die Ende des vergangenen Jahres in sozialen Medien die Runde machte. Dabei posteten zahlreiche User bei Twitter und Istagram ein Foto von sich heute und eines von vor zehn Jahren. Viele Stars nutzten die Möglichkeit auch damals schon, um auf das Thema Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen, indem sie Bilder von abgeschmolzenen Gletschern oder dünnen Eisbären teilten, denen es vor zehn Jahren noch deutlich besser ging.

Auch eine andere Idee findet im #trashtag ihre Umsetzung: der sogenannte "2MinutesBeachClean". Schon 2014 startete der Brite Martin Doley den Aufruf, in zwei Minuten möglichst viel Müll (im Urlaub) am Strand einzusammeln und ein Foto davon zu posten. Jeder sollte damit das Gefühl haben, einen Beitrag gegen Umweltverschmutzung leisten zu können.

Challenges gehören im Social-Media-Universum von Instagram und Twitter schon längst zum guten Ton. Doch im Gegensatz zur Bird-Box-Challenge, bei der User sich die Augen verbanden, um das Leben im Netflix-Film "Birdbox" nachzuahmen (und dabei teilweise sogar Autounfälle verursachten) oder der Cheese-Challenge, bei der man Scheibenkäse auf Hunde und Babys werfen soll, ist die Trashtag-Challenge nahezu revolutionär sinnvoll.

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lau

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