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Periodenprodukte: Tabu-Thema Periode: Dieses Lippen-Plakat sorgt für Aufregung

Ein Tamponhersteller will über Menstruation aufklären und wirbt unter anderem mit einem 200 Quadratmeter großen Plakat. Das stößt auf Gegenwind.

Plakat The Female Company

Ein 200 Quadratmeter großes Plakat soll auf das Tabu-Thema Menstruation aufmerksam machen

Die "Erdbeerwoche", "Besuch der Roten Lola" oder "Los Wochos": Frauen sind kreativ, wenn es darum geht, ihrer Menstruation einen Namen zu geben. Was erst einmal lustig klingt, hat aber einen ernsten Hintergrund: Die Periode ist immer noch ein Tabu-Thema. Eine Studie von "Plan International UK" fand heraus, dass fast die Hälfte (48 Prozent) der Frauen zwischen 14 und 21 Jahren sich für ihre Menstruation schämen.

Dass das Thema auch in Deutschland noch nicht gesellschaftsfähig ist, musste ein deutscher Bio-Tamponhersteller kürzlich erfahren. In einem Instagram-Posting schreiben "The Female Company", sie seien mit ihren Aufstellern in Drogeriemärkten, auf denen ein Tampon in roter Farbe abgebildet war, auf starke Kritik gestoßen. "Unsere Aufsteller [...] sorgten für wahre Empörung bei Uschi, Gertrud und Gerlinde*, die sich über den aggressiven Angriff des blutrünstigen Tampons aus Pappe echauffierten", schreiben sie in der Bildunterschrift (Die mit * gekennzeichneten Namen seien Arbeitstitel). Als Reaktion darauf setzte die Firma noch einen drauf: Ein riesiges, 200 qm großes Plakat ziert momentan eine Häuserwand in Berlin. Darauf zu sehen ist ein Frauenmund, der hochkant abgebildet ist und mit einem eingeführten Finger erkennbar eine Vulva darstellen soll. Daneben steht in blutroter Schrift: "Meine Produkteinführung des Monats".

 "77 Prozent der Frauen fühlen sich unwohl über ihre Periode zu sprechen", schreiben die Macher von "The Female Company" und das soll nicht so bleiben. Begleitend zum Plakat haben sie sich deshalb eine Social-Media-Aktion ausgedacht: Unter dem Hashtag #Lippenbekenntnis fordern sie ihre Follower dazu auf, analog zum Plakat ein Bild von ihren Lippen zu machen und es um 90 Grad zu drehen. Schon 388 Menschen folgten dem Ruf und setzen so ein Zeichen gegen die Tabuisierung der Menstruation.

 

Auch in den Kommentaren unter dem Post kommt Zustimmung. "Gerade dran vorbei mit den Kindern. Hatten Fragen – wurden beantwortet", schreibt eine Nutzerin. Eine andere nimmt die Kritiker in Schutz: "Zu den Giselas und Gertruds dieser Welt darf man auch nicht zu hart sein. Sie haben es eben leider so gelernt, oder von ihren Müttern so vorgelebt bekommen. Je älter man wird, desto schwieriger ist es, gesellschaftliche Umbrüche, die alles, was man bisher geglaubt und wonach man gelebt hat in Frage stellen, zu verstehen und mitzugehen." Woraufhin sich auch "The Female Company" äußerte und der Userin zustimmte. Sie hätten mit Gertrud* telefoniert und ihr alles genau erklärt, schreiben sie.

Übrigens: Auch NEON macht sich für die Enttabuisierung der Menstruation stark und forderte den Bundestag auf, die Mehrwertsteuer auf Periodenprodukte zu senken. Alles zu unserer Petition findet ihr hier.

Quelle: Instagram