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Kritik an CEO Disney-Erbin besucht Disneyland – und ist schockiert

Abigail Disney besucht Disneyland – und ist schockiert
Abigail Disney, die Enkelin von Roy Disney, der zusammen mit seinem Bruder Walt die Walt Disney Company gegründet hat
© Robin Platzer/Twin Images/Avalon / Picture Alliance
Walt Disneys Großnichte Abigail Disney macht immer wieder Schlagzeilen, weil sie den aktuellen Disney-CEO kritisiert. Nun war sie persönlich in Original-Disneyland in Anaheim, um sich die Arbeitsbedingungen dort anzuschauen.

Schon wenn man das Wort "Disneyland" nur hört, bekommt man eigentlich ein wohliges Gefühl und denkt an fröhliche Mitarbeiter in Mickey-Mouse-Kostümen, das berühmte Schloss und jede Menge leuchtende Kinder(- ja, und auch Erwachsenen)augen. Wer schon einmal am selbsternannten "glücklichsten Ort der Welt" in Paris oder den USA war, wird sich gern daran zurückerinnern – viele andere wünschen sich selbst mit 26 noch, endlich ihren Kindheitstraum zu erfüllen.

Doch offenbar trügt der Schein der heilen Welt, denn in den lustigen Kostümen scheinen keine fröhlichen Mitarbeiter zu stecken. Das lässt die Kritik von Abigail Disney zumindest vermuten. Sie ist die Enkelin von Roy Disney, der zusammen mit seinem Bruder Walt die Walt Disney Company gegründet hat. Der aktuelle Disney-CEO, Bob Iger, verdiente 2018 fast 66 Millionen Dollar – mehr als das tausendfache eines durchschnittlichen Disney-Mitarbeiters. Abigail Disney findet sein Gehalt "wahnsinnig", wie sie im Interview mit dem britischen "Guardian" sagte, und forderte, dass er darauf verzichten soll. 

Disney-Erbin Abigail Disney im Interview

In der aktuellen Ausgabe der Yahoo-Show "Through Her Eyes" bereitete die Disney-Erbin nun, dass sie auf Facebook eine Nachricht von einem verzweifelten Disneyland-Mitarbeiter bekommen habe. Daraufhin habe sie persönlich das Disneyland in Anaheim besucht, um sich die Arbeitsbedingungen vor Ort anzusehen. "Jeder Einzelne, mit dem ich gesprochen habe, sagte: 'Ich weiß nicht, wie ich dieses fröhliche Gesicht bewahren kann, wenn ich zu Hause im Müll von anderen nach Essen suchen muss.'" Sie sei nach ihrem Besuch sehr wütend gewesen, denn ihr Großvater habe ihr beigebracht, die Menschen, die die Tickets kontrollieren und Limonade einschenken, wertzuschätzen. "Diese Leute sind ein großer Teil des Erfolgsrezeptes", sagte sie in der Show.

Nachdem das Yahoo-Interview veröffentlicht wurde, meldete sich ein Sprecher der Walt Disney Company zu Wort. Die "ungeheuerlichen" Anschuldigungen wolle man nicht so stehen lassen. Sie seien eine "Übertreibung der Fakten" und nicht nur "eine falsche Darstellung, sondern auch eine Beleidigung für die tausenden Mitarbeiter".

E-Mail an Disney-CEO Bob Iger

Abigail Disney arbeitet als Filmemacherin, hat allerdings in der Firma ihres Großvaters nichts zu sagen. Trotzdem schrieb sie Bob Iger eine sehr lange E-Mail: "Sie sind in jeder Hinsicht ein großer CEO, vielleicht sogar der größte CEO des Landes. [...] Wenn ihr Sie wäre, würde ich etwas Besseres wollen." Eine Antwort bekam nach eigenen Aussagen nicht. Laut "Financial Times" hat Iger sie an die Personalabteilung des Unternehmens verwiesen und auf Initiativen wie die 150 Millionen Dollar zur Finanzierung für die Mitarbeiterausbildung verwiesen. Laut einem Disney-Sprecher haben sich bereits 40 Prozent der über 88.000 Mitarbeiter, die nach Stunden bezahlt werden, für die Initiative eingetragen. 

Dass sich Abigail Disney mit dem Verweis auf die Initiative und der Zurückweisung ihrer Anschuldigungen zufrieden gibt, ist zu bezweifeln. Wir sind gespannt, wie der Streit weitergeht. 

Quellen:Yahoo News / Financial Times / The Guardian

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