Die Zahlen zeigten, wie ungleich Care-Arbeit in Familien weiterhin verteilt sei, erklärte die Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann. „Eltern sollten frei entscheiden können, wer das kranke Kind zu Hause betreut und wer arbeiten geht“, betonte sie. Sie würde sich aber wünschen, dass diese Aufgabe nicht automatisch in großen Teilen Frauensache bleibe.
Der rechtliche Anspruch auf Kinderkrankentage besteht seit 1974 und richtet sich nach der Zahl der Kinder. In einer Familie mit einem Kind hat derzeit etwa jeder Elternteil Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld. Dieses geht allerdings mit Lohneinbußen einher: Aktuell bekommen Eltern an diesen Tagen 90 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts über die Krankenkassen ausbezahlt.
Insgesamt meldeten sich im vergangenen Jahr 4,6 Prozent der AOK-Versicherten mindestens einmal als „Kind krank“. Das war etwas weniger als 2024. Den Höchststand hatte die Krankenkasse während des Höhepunkts der Coronapandemie im Jahr 2022 verzeichnet.