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Assad bestreitet Kriegsverbrechen seiner Truppen


Der syrische Staatschef Baschar al-Assad hat bestritten, dass seine Regierung im Kampf gegen Aufständische Kriegsverbrechen begangen habe.

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad hat bestritten, dass seine Regierung im Kampf gegen Aufständische Kriegsverbrechen begangen habe. Die syrische Armee bekämpfe "den Terrorismus" und schütze das syrische Volk, sagte Assad dem russischen Fernsehsender Russia Today. Dass seine Truppen bereits 20 Monate in den Gefechten durchgehalten hätten, beweise, dass die Bevölkerung die Armee unterstütze. Die Rebellen seien dagegen für Kriegsverbrechen verantwortlich. Rund 8000 Syrer flohen in der Nacht vor neuen Kämpfen nahe dem Grenzposten Ras al-Ain in die Türkei.

Assad betonte gleichzeitig, über seine eigene Zukunft könnten nur Wahlen entscheiden. Die Wahlurne werde "jedem Präsidenten ganz einfach befehlen, zu bleiben oder zu gehen", sagte er in dem Interview. Er bezeichnete den türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan, der sich während des Syrien-Konflikts vom einstigen Verbündeten Damaskus losgesagt hatte, zudem als "Kalifen". "Er hält sich für den neuen Sultan des Osmanischen Reichs" und denke, er könne die Region entsprechend kontrollieren, sagte Assad.

Die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien liege nach der Flucht von 2000 weiteren Menschen inzwischen bei mehr als 120.000, sagte ein Vertreter des türkischen Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Etwa 5000 der Neuankömmlinge seien in ein Flüchtlingslager gebracht worden, die anderen privat untergekommen.

Durch die seit Mittwochabend anhaltenden Gefechten zwischen syrischen Rebellen und regierungstreuen Kämpfern bei Ras al-Ain wurden nach unbestätigten Angaben von Menschenrechtsaktivisten bereits mindestens 26 Menschen getötet. Neuen Angaben des Außenamtsvertreters zufolge wurden zudem sechs Menschen auf der türkischen Seite der Grenze durch Querschläger verletzt.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verschärfte unterdessen seine Kritik an den Vereinten Nationen, denen er Versagen im Syrien-Konflikt vorwirft. Bei einer internationalen Konferenz auf Bali sagte Erdogan nach türkischen Zeitungsberichten, in Syrien seien bisher 50.000 Menschen ums Leben gekommen, 111.000 seien in die Türkei geflohen, und weitere 2,5 Millionen Syrer seien zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden. "Wo ist die UNO?", fragte er.

Unterdessen will der oppositionelle Syrischen Nationalrat (SNC) auf seiner Tagung im Golfemirat Katar einen neuen Vorsitzenden bestimmen. Das neue Generalsekretariat mit 40 Mitgliedern war in der Nacht zum Donnerstag gewählt worden. Aus seiner Mitte wird ein elfköpfiges Exekutivkomitee bestimmt, das wiederum über die Nachfolge des scheidenden SNC-Vorsitzenden Abdel Basset Saida entscheidet. Ein Drittel der Mitglieder des Generalsekretariat sind Islamisten. Auch ethnische Minderheiten wie die Kurden sind vertreten.

AFP AFP

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