Der 63-jährige Menschenrechtsaktivist war am 13. Dezember zusammen mit der bekannten belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa und 121 anderen Gefangenen im Zuge eines Abkommens zwischen Washington und Minsk aus dem Gefängnis freigekommen. Die meisten der Freigelassenen wurden in die Ukraine gebracht, darunter auch Kolesnikowa. Bjaljazki wurde nach Litauen abgeschoben.
"Wir hoffen und erwarten sehr, dass der Prozess der Freilassung politischer Gefangener fortgesetzt wird", fügte Bjaljazki nach einem erstmaligen Treffen mit dem Friedensnobelpreis-Komitee in Oslo hinzu. "Im Moment ist dies wahrscheinlich das wichtigste Problem für uns."
Bjaljazki war 2021 in Belarus festgenommen und im März 2023 wegen angeblicher Finanzdelikte zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Während seiner Haft wurde Bjaljazki 2022 in Abwesenheit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung vertrat ihn seine Frau Natalia Pintschuk.
1996 hatte Bjaljazki die Nichtregierungsorganisation Wjasna gegründet - zwei Jahre nach Lukaschenkos Amtsantritt. Die Organisation gilt als bekannteste Menschenrechtsgruppe des Landes und dokumentiert seit Jahrzehnten Menschenrechtsverletzungen in Belarus. Laut Wjasna sind nach wie vor mehr als 1100 politische Gefangene in Belarus inhaftiert.