Lage in Spanien und Portugal entspannt sich nach Durchzug von Sturmtief "Marta"

Überfluteter Spielplatz in Córdoba in Andalusien
Überfluteter Spielplatz in Córdoba in Andalusien
© AFP
Nach dem Durchzug des Sturmtiefs "Marta" hat sich die Lage auf der Iberischen Halbinsel etwas entspannt. Nur in wenigen spanischen Provinzen galt am Sonntag noch die zweithöchste Warnstufe orange. Mancherorts würden noch stärkere Winde, Regen und Schnee erwartet, teilte der spanische Wetterdienst Aemet mit. Im Nachbarland Portugal war die Lage in der Nacht zum Sonntag den Behörden zufolge "sehr ruhig".

Nur wenige Tage nach heftigen Überschwemmungen infolge des Sturmtiefs "Leonardo" waren Spanien und Portugal am Samstag erneut von Stürmen und sintflutartigen Regenfällen heimgesucht worden. Ein Mitarbeiter der Straßenreinigung kam im Zentrum Spaniens ums Leben, wie Regierungschef Pedro Sánchez im Onlinedienst X mitteilte. Nach Angaben des spanischen Zivilschutzes starb der Mann bei einem Unfall beim Schneepflügen. 

Die südspanische Region Andalusien zählte zu den am stärksten von den Unwettern betroffen Gebieten. Mehr als 11.000 Menschen wurden wegen Überschwemmungen infolge von Starkregen in Sicherheit gebracht. Doch auch in Andalusien sollte sich die Wetterlage am Sonntag entspannen.

Im Nachbarland Portugal war am Samstag ein Todesopfer durch das neue Sturmtief gemeldet worden: Ein Mitglied der Rettungsdienste ertrank in einem Fluss in Campo Maior im zentralen Bezirk Portalegre, wie die Zivilschutzbehörde mitteilte.

In der Nacht zum Sonntag blieb die Situation in Portugal nach Angaben der Behörden "sehr ruhig". Es seien etwa 20 Bäume umgefallen, teilte Sprecher des Zivilschutzes der Nachrichtenagentur AFP mit. Zudem wurden demnach zwölf Überschwemmungen gemeldet.

Der Bahnverkehr in Portugal war am Sonntag weiterhin beeinträchtigt, mehrere Strecken im Norden und Zentrum des Landes blieben gesperrt. Zehntausende Haushalte waren weiterhin ohne Strom. 

Trotz der Unwetter fand in Portugal am Sonntag die zweite Runde der Präsidentschaftswahl statt. Der rechtspopulistische Kandidat André Ventura hatte gefordert, die Stichwahl aufgrund der starken Regenfälle und Überschwemmungen zu verschieben - was abgelehnt wurde. Nach Angaben der Wahlbehörde des Landes erlaubt das Gesetz keine landesweite Verschiebung des Urnengangs.

Der portugiesische Ministerpräsident Luis Montenegro, der am Freitag von Unwettern betroffene Gebiete besucht hatte, erklärte, dass bereits Schäden in Höhe von vier Milliarden Euro entstanden seien. 2026 sei ein "besonders ungewöhnliches Jahr" mit "außergewöhnlich heftigen" klimatischen Bedingungen. 

Die Iberische Halbinsel hat besonders unter dem Klimawandel zu leiden: Seit Jahren stöhnen die Menschen dort unter extremen, immer längeren Hitzewellen, auch schon vor Beginn des Sommers. Im Herbst und Winter folgen dann immer häufiger Starkregen und Überschwemmungen.

AFP