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Lufthansa zieht wegen Streik vor Gericht

Der Streik der Lufthansa-Piloten soll per einstweiliger Verfügung beendet werden. Die Forderungen der Gewerkschaft würden gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Lufthansa will durch rechtliche Schritte gegen den Streik ihrer Piloten vorgehen

Die Lufthansa plant, den nächsten Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit gerichtlich zu stoppen

Die Lufthansa hat erneut rechtliche Schritte gegen den nächsten Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eingeleitet. Dem Arbeitsgericht München sei ein Antrag auf eine einstweilige Verfügung zugegangen, teilte der Konzern mit.

Das Unternehmen halte Teile der Forderungen für rechtswidrig, teilte ein Sprecher mit. Für Dienstag und Mittwoch musste die Lufthansa mehr als 1700 Flüge absagen; rund 180.000 Passagiere müssen umplanen.

In der vergangenen Woche war das Unternehmen mit Eilanträgen vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt am Main und dem Hessischen Landesarbeitsgericht gescheitert. Diesmal wählte die Lufthansa ein anderes Arbeitsgericht für ihren Eilantrag. Das Unternehmen könne die Gerichte jeweils dort anrufen, wo es betroffen sei, betonte ein Sprecher. Dies treffe auch auf München zu.

Lufthansa muss pro Tag rund 800 Flüge streichen

Das dortige Arbeitsgericht bestätigte den Eingang des Antrags. Bis zum frühen Nachmittag war noch keine Entscheidung gefallen.

Die Lufthansa begründet ihren Antrag dem Unternehmenssprecher zufolge "im Wesentlichen" genauso wie in der vergangenen Woche. Der Konzern sieht demnach in Forderungen von Cockpit einen Verstoß gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, weil für eine bestimmte Gruppe eine stärkere Anhebung des Gehalts gefordert werde. Dies sei "sachlich nicht begründet".

Für die nächsten Streiktage am Dienstag und am Mittwoch musste die Lufthansa erneut hunderte Flüge absagen. Am Dienstag fallen 816 Kurzstreckenflüge aus, am Mittwoch 890 Flüge auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke, wie das Unternehmen mitteilte. Damit müssten am Dienstag rund 82.000 und am Mittwoch etwa 98.000 Fluggäste ihre Reisepläne ändern.

Immer noch keine Einigung im Vergütungstarifkonflikt

Die Fluggesellschaft veröffentlichte für beide Tage einen Sonderflugplan und rief Kunden auf, sich auf der Internetseite LH.com über den Status ihres gebuchten Flugs zu informieren. Auch bei der kostenlosen Hotline 0800-8506070 gebe es Rat.

Seit vergangenem Mittwoch gab es einschließlich der neuen Streichungen demnach knapp 4500 Flugausfälle. Mehr als eine halbe Million Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern.

Hintergrund der Streikwelle ist ein Streit um die Vergütung der Piloten. Dieser ist allerdings nur ein Teil des bereits seit Jahren schwelenden Tarifkonflikts zwischen der Vereinigung Cockpit und der Lufthansa.

mrk / AFP

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