Es war das erste Mal, dass das neue Oberhaupt der katholischen Kirche seit seiner Wahl im Mai eine muslimische Glaubensstätte besuchte. Wie alle Besucher zog Papst Leo XIV. bei Betreten der Moschee die Schuhe aus und schritt in weißen Socken über den orangefarbenen Teppich.
Die Blaue Moschee mit ihren sechs Minaretten, Kuppeln und blau-weißen Fliesen zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der türkischen Metropole Istanbul.
Mit dem hochsymbolischen Besuch setzt Leo XIV. die Tradition seiner beiden Amtsvorgänger fort: Papst Benedikt XVI. hatte die Blaue Moschee 2006 besucht, Papst Franziskus im Jahr 2014. Anders als seine Vorgänger besuchte Leo jedoch nicht die nahegelegene Hagia Sophia.
Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert zunächst als Basilika errichtet und war über hunderte Jahre die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und eine der wichtigsten Kirchen der Christenheit. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 wurde die Kirche dann in eine Moschee umgewandelt. Auf Anordnung des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk wurde das prachtvolle Kuppelgebäude 1934 dann zum Museum. Auf Veranlassung von Präsident Recep Tayyip Erdogan wurde das Weltkulturerbe 2020 wieder in eine Moschee umgewandelt, was international für breite Kritik sorgte.
Papst Leo XIV. traf am Samstagvormittag zudem örtliche Kirchenvertreter. Später wollte er an einem Gebet in der Georgskathedrale teilnehmen, dem Sitz der Ökumenischen Patriarchats. Anschließend sollte er vom orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., in dessen Palast empfangen werden. Dort wollen beide eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen, deren Inhalt noch nicht veröffentlicht wurde.
Um 15.00 Uhr (MEZ) wird der Papst eine Messe in der Istanbuler Volkswagen Arena abhalten, zu der rund 4000 Gläubige erwartet werden.
Am Sonntag reist er dann weiter in den Libanon, wo er unter anderem junge Menschen treffen und einen Gottesdienst im Freien mit 100.000 Gläubigen feiern will.