Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte in der vom russischen Staat unterstützten Nachrichtenapp Max, die Feuerpause sei auf Anordnung des russischen Präsidenten Wladimir Putin initiiert worden, der auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Am 9. Mai wird in Russland feierlich an den Sieg der Sowjetunion über Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert.
Zugleich drohte das russische Verteidigungsministerium mit einem Vergeltungsangriff auf das Stadtzentrum von Kiew, sollte die Ukraine die Feuerpause brechen. "Sollte das Kiewer Regime versuchen, seine kriminellen Pläne zur Störung der Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg umzusetzen, werden die russischen Streitkräfte einen massiven Vergeltungsraketenangriff auf das Zentrum von Kiew starten", erklärte das Verteidigungsministerium auf Max.
Das Ministerium wies insbesondere "die Zivilbevölkerung von Kiew" und "Beschäftigte ausländischer diplomatischer Missionen" daraufhin, dass sie "rasch das Stadtzentrum verlassen" müssten.
Selenskyj sagte zu der russischen Ankündigung, bislang habe sein Land "keine offizielle Anfrage" zu einer Einstellung der Kampfhandlungen erhalten. Diese werde lediglich "auf russischen Online-Netzwerken behauptet".
Zu den russischen Plänen fügte er an, er sei "nicht seriös", einen Waffenstillstand zu vereinbaren, um Russland die Feier dieses Tages zu ermöglichen. Moskau befürchte, dass ukrainische Drohnen in der Hauptstadt "über dem Roten Platz schwirren" könnten.