Lafarge habe der Miliz Islamischer Staat (IS) und zwei anderen Gruppen insgesamt 5,6 Millionen Euro gezahlt, um 2013 und 2014 inmitten des Bürgerkriegs eine Zementfabrik in Syrien weiterlaufen zu lassen, erklärten die Richter. "Dies ermöglichte dem IS auch die Organisation von Anschlägen in Europa", erklärte die Vorsitzende Richterin Isabelle Prévost-Desprez mit Blick auf die Anschläge vom November 2015 in Paris. Mehrere Angehörige der Opfer dieser Anschläge waren als Nebenkläger in dem Prozess aufgetreten.
Lafarge, das inzwischen von dem Schweizer Konzern Holcim übernommen wurde, sei eine "echte Geschäftspartnerschaft" mit dem IS eingegangen, betonte die Richterin.
Die Verteidigung hatte vergeblich versucht, die Richter davon zu überzeugen, dass das Unternehmen von den Milizen erpresst worden sei. "Was wäre aus den Beschäftigten des Werks geworden, wenn wir gegangen wären?", hatte der frühere Vizechef von Lafarge, Christian Herrault, während des Verfahrens betont.
Die Staatsanwaltschaft verwies jedoch auf interne Kommunikation, die auf ausgehandelte Vereinbarungen hindeutete. Der frühere Chef des syrischen Tochterunternehmens, Bruno Pescheux, machte geltend, dass das Unternehmen mit einem schnellen Ende des Konflikts gerechnet habe. "Alle haben uns gesagt, es würde schnell vorbei sein", erklärte er.
Die Staatsanwaltschaft erkannte an, dass die Angeklagten nicht die dschihadistische Ideologie unterstützten. Sie prangerte aber fehlende Eingeständnisse und Reue an.
Lafarge hatte 2012 seine internationalen Mitarbeiter aus Syrien abgezogen. Das Zementwerk, in das Lafarge 680 Millionen Euro investiert hatte, blieb jedoch mithilfe der syrischen Mitarbeiter in Betrieb. 2014 übernahm der IS die Kontrolle über das Werk.