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Sorge um Italiens Verschuldung EZB fordert Aufstockung des Euro-Rettungspakets


Die Europäische Zentralbank fürchtet, dass auch Italien von der Schuldenkrise betroffen wird. Daher forderte sie das EU-Hilfspaket weiter ausfzustocken. Am Freitag brachte die Sorge um Italiens Schulden bereits die Mailänder Börse zum Einbruch. Daraufhin verschärfte Italiens Börsenaufsicht Vorschriften für Leerverkäufe.

Aus Furcht vor einer Ausweitung der Schuldenkrise auf Italien hat die Europäische Zentralbank (EZB) einem Bericht zufolge eine deutliche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms gefordert. Möglicherweise müsse der Rettungsschirm sogar auf 1,5 Billionen Euro verdoppelt werden, berichtete die Zeitung "Die Welt" am Montag unter Berufung auf ranghohe Zentralbankkreise. Es müsse aus EZB-Sicht zudem eine grundlegende Reform der EU-Krisenpolitik geben, ansonsten drohe die aktuelle Krise an den EU-Anleihemärkten außer Kontrolle zu geraten: "Das schlechte Krisenmanagement der europäischen Regierungen sorgt dafür, dass die Kosten der Rettung ständig steigen", sagte ein europäischer Zentralbanker, der nicht genannt werden wollte, der Zeitung.

Italiens Börsenaufsicht verschärft Vorschriften

Wegen der Sorge um die Ausweitung der Schuldenkrise waren die Kurse italienischer Bankaktien am Freitag stark gefallen. Nach dem Kurssturz an der Mailänder Börse verschärfte die italienische Börsenaufsicht Consob die Vorschriften für Leerverkäufe. Angesichts der "derzeitigen Schwankungen" sollen die neuen Regeln die Kontrollmöglichkeiten der Aufsichtsbehörde erhöhen, wie die Consob am Sonntagabend mitteilte. Die neuen Vorschriften traten am Montagmorgen in Kraft und gelten zunächst bis zum 9. September.

Bei Leerverkäufen wetten Spekulanten auf fallende Kurse von Aktien oder staatliche Schuldpapiere. Sie leihen sich die Aktien oder Anleihen von einem dritten Anbieter für eine bestimmte Zeit aus und verkaufen sie sofort zum aktuellen Kurswert weiter. Rechtzeitig zum Ablauf der Leihfrist kaufen sie die Papiere dann für die Rückgabe an den Verleiher am Markt zurück - und das in der Hoffnung, dass deren Preis inzwischen gefallen ist. Die Kursdifferenz abzüglich der Leihgebühr ist ihr Gewinn. Geschäfte dieser Art stehen im Verdacht, die Nervosität der globalen Finanzmärkte gerade in Krisenzeiten zusätzlich zu verstärken.

Den neuen Vorschriften zufolge müssen Händler ihre Geschäfte der Consob melden, die in größerem Umfang auf fallende Kurse italienischer Aktien wetten, und zwar, sobald 0,2 Prozent des Grundkapitals einer Firma erreicht sind.

liri/AFP AFP

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