Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte im Onlinedienst X, für einen Zeitraum von zwei Wochen werde "die sichere Durchfahrt" durch die Meerenge möglich sein, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte verlaufen. Voraussetzung sei, dass "die Angriffe auf den Iran aufhören", fügte Araghtschi hinzu.
Später tat Trump auf Truth Social die Bereitschaft der USA kund, "bei der Bewältigung des erhöhten Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus" zu helfen. Es würde "viele positive Maßnahmen geben" und "viel Geld verdient werden", erklärte der US-Präsident. "Der Iran kann mit dem Wiederaufbauprozess beginnen."
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sprach Trump nach der Bekanntgabe der Einigung von einem "totalen und vollständigen Sieg" für Washington. Auf die Frage, was mit dem angereicherten Uran Teherans geschehen werde, antwortete Trump: "Darum wird sich bestens gekümmert, sonst hätte ich der Vereinbarung nicht zugestimmt."
Zuvor hatte Trump auf Truth Social geschrieben, die Verhandlungen über einen langfristigen Frieden im Nahen Osten seien "sehr weit fortgeschritten". Den USA liege ein Zehn-Punkte-Vorschlag aus Teheran vor, der "eine tragfähige Grundlage" darstelle. Fast alle Streitpunkte seien beigelegt. Während der zweiwöchigen Feuerpause könne ein Abkommen fertiggestellt und besiegelt werden.
Trump hatte die Aufgabe des iranischen Atomprogramms zur Bedingung für ein Abkommen mit Teheran gemacht. Nach der Einigung zeigte er sich nun zuversichtlich, dass "dieses langfristige Problem kurz vor seiner Lösung steht". Der Westen wirft dem Iran seit Jahren vor, an einer Atombombe zu arbeiten.
Der iranische Zehn-Punkte-Plan sieht nach Angaben iranischer Staatsmedien allerdings vor, dass die USA dem Iran die Anreicherung von Uran erlauben. Zudem verlangt Teheran demnach weiterhin die Aufhebung aller US-Sanktionen gegen das Land sowie Reparationen für erlittene Kriegsschäden.
Die israelische Regierung erklärte derweil, sie unterstütze die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran. Diese umfasse jedoch "nicht den Libanon", erklärte das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif hatte zuvor erklärt, die Feuerpause solle "umgehend" in Kraft treten und im gesamten Nahen Osten gelten, einschließlich des Libanon. Dort war Israel in den vergangenen Wochen in aller Härte gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz vorgegangen. Nach Angaben des Libanon wurden dort seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als 1500 Menschen getötet.
Wenige Minuten nach der Verkündung der Feuerpause meldete die israelische Armee neue Raketenangriffe aus dem Iran. AFP-Journalisten berichteten von Explosionen in Jerusalem und in Jericho im von Israel besetzten Westjordanland. Kurze Zeit später folgten eine zweite und eine dritte Raketenwarnung der israelischen Armee. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, zwei 15-Jährige seien bei den Angriffen in der Stadt Tel Schev südlich von Jerusalem leicht verletzt worden.
Der UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Einigung zwischen den USA und dem Iran. Guterres rufe alle Kriegsparteien dazu auf, "ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und die Bedingungen der Waffenruhe einzuhalten, um den Weg für einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen", erklärte der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stéphane Dujarric. Das irakische Außenministerium begrüßte die Feuerpause ebenfalls und rief zu einem "ernsthaften und nachhaltigen Dialog" zwischen den Kriegsparteien auf.
An diesem Freitag sollen nach iranischen Angaben nun Gespräche mit den USA in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beginnen. Dabei geht es um ein dauerhaftes Abkommen. Trump und der iranische Außenminister dankten Sharif und Pakistans Generalstabschef Asim Munir für ihre Vermittlungsbemühungen. Sie hatten den Rahmen für die nun erfolgte Einigung vorgeschlagen.
Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Dabei wurde unter anderem der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei getötet. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.