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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000099606 StechusKaktus

Amazon-Skandal ein Skandal?

Grosse Empörung: Eine Greenpeace-Vertreterin empört sich mit Worten wie "soziale Kälte" und "verantwortungslos" (da hätte sogar Stahlfaust noch dazulernen können) darüber, dass amazon beschädigte und teilweise neuwertige Geräte verschrottet, bzw. Nur einen Teil der Lebensmittel spendet.
Gefordert wurde ein Gesetz, dass es verbietet, neuwertige Dinge zu entsorgen.
Ist ein solches Gesetz realistisch? Kann ich dann meinen Nachbarn anzeigen, wenn dieser ein Stück altes Brot wegwirft?
Oder wird hier einfach mal wieder viel Wind um Nichts gemacht?
Antworten (9)
ing793
man muss zwei Seiten voneinander trennen:

- es steht dem Eigentümer einer Sache in der Regel völlig frei, was er damit macht. Und wenn es ihm gefällt. die Sache wegzuwerfen, dann darf er das tun (solange er es ordnungsgemäß entsorgt). Ich glaube nicht, dass man sein Recht auf Eigentum gesetzlich einschränken kann.

- aber selbstverständlich ist es völlig rücksichts- und verantwortungslos, so zu handeln. Insofern ist es nicht "viel Wind um Nichts". Es ist natürlich auch völlig hirnrissig, dass es für die Firma billiger ist, Neuware zu verschrotten als sie zu spenden. Da kann man was dran machen.
Skorti
Naja, es ist schon viel verlangt, von einer Firma zu verlangen, dass sie ihren Umsatz schmälert, in dem sie gebrauchte Artikel spendet.
Ich als Kunde würde mich auch nicht freuen, wenn ich einen Artikel bestelle und einen (kurzzeitig) gebrauchten oder reparierten Artikel erhielte, bei vollem Preis.
Bei Preisreduzierungen griffe sofort wieder der erste Satz.

Es fragt sich auch, welche Lebensmittel nicht gespendet werden.
Nicht verkaufte? Das machen auch viele Supermärkte nicht.
Zurückgesendete? Was ist mit Hygiene? Manipulationen? Kühlkette?

Ich halte das Verhalten von Amazon für vertretbar.
Tamara87
Das Amazon Neuwertige Waren allgemein verschrottet ist bekannt. Oftmals lohnt es sich finanziell nicht die zurückgesendeten Artikel wieder neu zu verpacken.

Ich denke das ein solche Gesetz nicht realitisch ist. Es müsste erstmal das Wort neu genau definiert werden und was machst du dann mit Auschusswahre, welcher fehlerhaft ist aber neu? Trotzdem auf den Markt bringen?

Greenpeace produziert Skandale am laufenden band um im Gedächnis der Menschen nicht unter zu gehen. Wie kann das der grüne Verein besser als mit Umweltschutzskandalen und neuen (unrealitischen Gesetzten)
neilo
Das mit dem Spenden hat leider einen Haken: auf die Spende muss Umsatzsteuer gezahlt werden. Und zwar nicht aus dem Entnahmewert (von mir aus schon intern 1,- € Buchwert), sondern aus dem Wert, den der Artikel noch beim Verkauf einbringen würde. Bei 19% MWSt kommen da ganz schöne Summen zusammen.
Quelle: Deutsche Handwerkszeitung
ing793
@Neilo: das meinte ich damit, dass es billiger sei zu verschrotten, anstatt zu spenden.

@skorti: wenn ich Dinge an jemanden spende, der sie sonst sowieso nicht kaufen würde, dann versaue ich mir auch nicht meinen Umsatz. Mit Verschrotten mache ich schließlich auch keinen ...
Skorti
Dazu müsste ich verhindern können, dass dies Gerät am Ende nicht doch bei jemanden landet, der bei mir ansonsten ein neues Gerät gekauft hätte.
Der Spendenempfänger dürfte auch nicht in der Lage sein, ein anderes preiswerteres Gerät bei mir zu kaufen.

Da das nicht gesichert sein kann, heißt verschrotten"ein Gerät weg" und spenden "ein Gerät weg und wahrscheinlich ein weiteres weniger verkauft"
ing793
@Skorti: Deine Antwort lässt in mir die Sicherheit wachsen, dass Du Deinen Lebtag noch keine Marketingabteilung von innen gesehen hast.

Sei's drum - die Frage war, ob das ein Skandal sei - Nein; sozial kalt - Ja; und verantwortungslos - gegenüber der Gesellschaft Ja, gegenüber den Gesellschaftern Nein.
elfigy
Es ist zu teuer, Rückläufer zu verwalten, zu lagern und neu zu verpacken.
Ich weiß nicht, ob schon mal jemand ein modernes Lager mit automatischen Abläufen besichtigt hat. Ich war bei Würth und Playmobil. Für Rückläufer ist da einfach kein Platz im Automatismus. Rückläufer müssen mit Manpower gehandelt werden und das kostet zu viel.
In der Firma, in der ich gearbeitet habe, haben wir reklamierte Schränke mit einem kleinen Kratzer zu Verpackungsmaterial zusammengeschnitten, die Beschläge ins Altmetall. Das Teil mit der verkratzen Stelle Auszutauschen, alles neu zu verpacken, hätte zuviel gekostet. Und an welcher Stelle auf dem Band?
Bei Großkunden verkauften wir die gesammelten Reklamationen in Bausch und Bogen an Postenhändler für ca 5% des Einkaufspreises. Das rechnete sich für uns.
Und bei Geräten muß auch oft noch der Fehler gesucht werden. Hau weg, Schwund ist in der Kalkulation berücksichtigt.
Cheru
Insgesamt sind bei diesem Vorgehen fast alle zufrieden: Hersteller, Zulieferer und Transporteure freuen sich über neue Aufträge, Amazon spart Geld bzw. kann es anders ausgeben, der Käufer ist das unerwünschte Produkt wieder los. Und eine Seminarrevoluzzerin empört sich mit abgegriffenen Metaphern.

Mich würde beeindrucken, wenn sie einem so kritisierten Verkäufer ein Produkt nicht nur zurückschicken würde, sondern ihn besuchen würde, um bei der weiteren sinnvollen Verwendung des Produkts kostenlos ihre Mithilfe anzubieten. Vermutlich erscheint das zu aufwendig; ganz sicher ist das zweierlei Maß.