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sininen

Ist es normal, wenn man sich eher an die negativen Dinge aus seiner Vergangenheit erinnert als an die positiven?

Mir ist aufgefallen, dass ich mich spontan eher stärker an negative Erlebnisse erinnere als an positive. Eine vermasselte Prüfung, eine gescheiterte Beziehung etc sind mir eher in Erinnerung, als meine schönen Erlebnisse. Ist das normal? Ich halte mich nicht für sonderlich depressiv, denn ich sehe voller Freude in die Zukunft und freue mich auf das, was noch kommt. Aber es stört mich, mich dauernd an den Mist zu erinnern und für gute ERinnerungen nachdenken zu müssen. Wie geht es euch mit sowas?
Frage Nummer 21668

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Antworten (7)
Bellicosa
Ich glaube,das menschliche Gehirn speichert die negativen Erlebnisse
deshalb länger,weil wir durch die Erinnerung daran vor ähnlichen
Situationen (bzw.Fehlern)bewahrt werden sollen.Ausnahme sind
traumatische Erlebnisse,die ja bekannterweise nicht nur "verdrängt" werden,sondern oft ganz "ausgelöscht" sind,zu unserem Schutz.
Bellicosa
Noch ein ganz profanes Beispiel:Wenn ich mit dem Auto unterwegs
bin,merke ich mir nur die Fahrer,die mir die Vorfahrt nehmen,mich
riskant überholen,zu dicht auffahren usw.usw. Die vielen hundert oder
tausend Fahrer,die" ordentlich" fahren,merke ich mir nicht. Auch das
gehört für mich zum Thema "Erfahrung sammeln und lernen".
hphersel
das geht uns grundsätzlich allen so. Unangenehmes bleibt in Erinnerung als Angenehmes. Vielleicht auch deswegen, weil das Gehirn Prioritäten setzen muss. Und normalerweise passieren viel mehr "angenehme" Dinge als unanganehme. Bloß fallen uns die "angenehmen" Dinge nicht auf. Achten Sie einfach mal in ihrer Umgebung darauf: Die "normal" gekleideten Menschen fallen nicht auf, den Mann mit den weissen Socken in den Sandalen sehen sie auf 100 Meter Entfernung...
hellermund
Also ich kann meine Vorredner so nicht bestätigen. Ich hatte da diverse Erlebnisse an denen mir das sehr deutlich geworden ist. Z.B. gemeinsame Erlebnisse mit meiner Frau wie Urlaub oder Familienbesuche: Während ich nach längerer Zeit eigtlich fast alles toll fand, erinnerte sie mich an die negativen Aspekte. Das passiert mir total häufig!! Mit Menschen/Freunden/Kollegen die man aus den Augen verloren hat geht es mir übrigens auch immer so. Ich find im längeren Nachhinein eigentlich immer alle nett... Owohl auch schon üblere Dinge passiert sind. Aber ich muss Euch sagen, ich finds gut das dies bei mir so ist. Ich hätte aber ehrlicherweise auch gedacht, das mein "Verdrängungsmechanismus" eher die Regel als die Ausnahme ist.. Und dies quasi auch als "Schutzmechanismus" für einen selbst. Dann natürlich in einen anderen Sinne: Nicht als Schutz vor einer Wiederholungstat, sondern quasi als Schutz vor einer "Depression".
sininen
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass Depression eher mit dem Negativsehen der Zukunft zusammenhängt, als mit dem Erinnern negativer Ereignisse in der Vergangenheit. Es ist auch nicht so, dass ich mich überhaupt nicht an Gutes erinnere! Aber wenn ich zum Beispiel an meine Schulzeit denke, sind eher die Sachen hängen geblieben, bei denen ich mich geärtert oder geschämt habe. Es hat zum Teil auch was Gutes, wenn man sich im nachhinein zum Beispiel an die negativen Seiten einer vergangenen Beziehung erinnert (dann tuts vielleicht weniger weh). Ich kann es einfach absolut nicht ändern. Ich versuche es, klappt aber nicht. Mich gleich für psychisch krank zu halten zeugt allerdings für reichlich psychologische Unkenntnis.
sininen
Ups, sorry, ich habe mich gar nicht bedankt! Danke für die netten Antworten! Ich bin übrigens doch froh zu lesen, dass es einigen anderen auch so geht. Vielleicht haben wir ja auch erkannt, dass es auch helfen kann, Dinge im Nachhinein nicht so rosig zu sehen (siehe verflossene Beziehung). Andererseits bleibt einem ja letztlich vom Leben nur die ERinnerungen. Da ist es schon schade, wenn die dann negativ sind. :-)
Musca
hmm, mir geht es genau entgegengesetzt, selbst aus meiner frühestens Kindheit habe ich fast nur positive Erinnerungen, mal abgesehen von der Tante Sophie aus dem Kindergarten, die war wirklich ein Drachen. Gescheiterte Beziehungen waren für mich im Moment des Scheiterns immer ein großes Drama, danach wurden meist langanhaltende Freundschaften daraus, bis dato anhaltend. Vielleicht bin ich eher der Verdrängungstyp , tiefgreifende Verletzungen oder negative Erfahrungen habe ich aber in Stein gemeiselt