Gast

Mein Vorschlag das man die Personalnot in den Krankenhäusern reduzieren kann, wäre, das man Schulabgänger ein soziales Jahr verpflichten sollte

Corona aktuell
Frage Nummer 3000276602

Antworten (9)
dschinn
Der Vorschlag hat Würze!
Wie machen wir das mit den (Dauer)Studenten?

Oder wer als Alternative nicht ein Jahr im Krankenhaus arbeiten darf weil ungeimpft, der darf seine Zeit auf 6 Monate verkürzen, wenn er in die Salzmine geht?
Skorti
Das sind ja schon "Leerdenker" ähnlich Züge.
1. Es wurden keine Intensivbetten abgebaut. Bei der Ermittlung der verfügbaren Betten zählte die Kombination von Betten und Personal für die Intensivpflege. Als sich in anderen Ländern gezeigt hatte und aus den ersten Erfahrungen hervorging, dass ein Intensiv-Patient mit Covid19 mehr Pflege benötigt, als ein Patient, der gerade eine OP oder einen Verkehrsunfall hinter sich hatte, konnte man nicht mehr davon ausgehen, dass ein(e) IntensivpflegerIn z.B. 4 Betten betreuen kann, sondern nur noch 3. Also hatte sich die Anzahl der verfügbaren Intensivbetten verringert, ohne eins abzubauen.
2. Die Personalnot in Krankenhäusern wurde schon vor Covid19 beklagt. Überstunden bei Ärzten und Pflegepersonal sind schon seit Jahren zu hoch.
Zum Rest kann ich nicht viel sagen, die Auslastung der Krankenhausbetten ist 2020 gesunken, ich vermute mehrere Gründe, von den vielen abgesagten, nicht dringenden OPs bis hin zu weniger Unfälle durch "Ausgangssperren"
Die Anzahl der Fälle, die bis letzte Woche wegen Covid19 auf den Intensivstation waren, ist 219.814 (Destatis). Was das prozentual ausmacht keine Ahnung ...
dschinn
Ja, danke für die Schublade.

Wenn ich so die Nachrichten vom letzten Jahr und von diesem Jahr anschaue, dann steht da immer "Betten abgebaut" und so gut wie nie "Belegungsschlüssel geändert"...
Aber ja, ich gebe dir Recht, der Schlüssel wurde auch geändert.

Hier mal ein Beispiel aus Herbst 21 wie sich das liest:
zitat
Deutschland hat seit Jahresbeginn nach Angaben von Medizinern etwa 4000 Intensivbetten verloren. Grund dafür sei, dass viele Pflegekräfte wegen der Belastungen ihren Beruf beendet oder ihre Arbeitszeit reduziert hätten, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Dienstag bei „MDR Aktuell“
zitat ende

Aber
Skorti
Das ist sehr einfach.
Das zuständige Amt veröffentlich einmal pro Monat die Gesamtzahl der verfügbaren Intensivbetten, sowie die Angabe der Belegung.
z.B. 3000, davon 1400 belegt. Dann tritt der von mir erwähnte Schritt der Neuberechnung auf und es heißt 2700, davon belegt 1500 belegt.
Nun würden seriöse Medien erstmal nachfragen, wie das denn zustande kommt. Die Blöd hingegen, die eben die ganze Zeit die Querdenkerpositionen vertreten hat und sich gleichzeitig von den Querdenkern distanzierte, schrie in Großbuchstaben 10 % Intensivbetten abgeschafft.
Dies wurde dann natürlich auch von den seriösen Medien rezipiert, weil die Blöd lügt ja nicht. Da muss man schon die Seiten suchen, die Faktenchecks machen und tiefer graben um die Wahrheit zu lesen, aber die Nachricht ist im Raum und wird auch nicht mehr hinterfragt.
Skorti
Ach ja und wegen der Schublade ...
Ein Kennzeichen von Querdenkern ist das: "Ich frag ja nur ..."
Du stellst deine Fragen wie: "Warum wird behauptet, das Gesundheitssystem sei überlastet, wenn wir von einem Patientenrückgang von 13% sprechen?"
Nun, wenn verteilt auf 2,5 Jahre 220.000 Covid-Patienten auf der Intensivstation landen, die mehr und stärker gepflegt werden müssen als andere Patienten, wenn zwischen Patientenwechseln zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen erfolgen müssen, bis hin zur Anlage von spezieller Schutzkleidung, dann kann die Arbeitslast auch bei geringerer Anzahl ansteigen. Wenn das Gesundheitssystem eigentlich schon seit Jahren überlastet ist, dann hilft die Situation nichts. (Du schreibst selber, im Netz stünde " viele Pflegekräfte wegen der Belastungen ihren Beruf beendet oder ihre Arbeitszeit reduziert hätten".
Du stellst deine Fragen wie: "Warum wurde der Abbau der Intensivbetten nicht verhindert?"
Wie denn? Wie die Zahl zusammenkommt habe ich geschrieben und du hast es ja (zum Teil) bestätigt. Also braucht man um die Zahl der Betten zu halten zusätzliche Intensivpflegekräfte. Welcher Abteilung soll man denn die Pflegekräfte wegnehmen? Welche Abteilung arbeitet denn noch nicht an der Grenze, zumindest wenn auch noch eigenes Personal an Covid erkrankt? Wie lange braucht die Weiterbildung von der normalen Pflegekraft zur Intensivpflegekraft? Wie überzeuge ich die Mitarbeiter sich weiterzubilden und von einem Arbeitsplatz mit 30 Überstunden im Monat auf einen Arbeitsplatz mit 50 Überstunden zu wechseln. Zwingen kann man die ja nicht.

Nein, ich frage nicht nur, ich führe nur mal Fragen auf, an die man denken könnte, bevor man fragt, wieso lasen die das zu.
dschinn
Es gibt eine recht anschauliche Webseite über die Auslastungen der Intensivstationen mit Zahlen nach Bundesländer und Todeszahlen und so...

Wer Langeweile hat, schaut auf die Webseite > intensivstationen Punkt net <

Leider sagten die zahlen nix zu dem Belastungslevel der Mitarbeiter vor ort, aber das können wir uns ja selbst zusammenreimen.
Skorti
Was mich auf der von dir genannten Seite stört, ist die Berechnung der Auslastung. Die gehen für die Berechnung der Auslastung in Prozent von dem Wert 70.000 Intensivbetten aus. De.Statista sagt, wir hätten im Jahr 2020 im Schnitt 27612 Intensivbetten gehabt, also nicht mal die Hälfte. am 6. Mai 2022 hatten wir 24.500 Betten verfügbar gehabt, davon 3800 frei.

Selbst wenn ich auf deiner Seite die Zahlen addiere, komme ich nicht auf 70.000 Betten. Was soll das denn für eine Berechnung der Auslastung sein? Natürlich komme ich nur auf eine Auslastung von aktuell 30%, wenn die Anzahl der Betten mehr als verdoppelt wird.
Musca
Allein der Gedanke, in einem Krankenhaus zu liegen und irgendwie von einem zwangsverpflichtigen, nörgligem Schulabgänger abhängig zu sein, das ist schauerlich.
Deho
Der Gedanke, junge Leute für ein soziales Jahr zwangszuverpflichten, ist an Hirnrissigkeit kaum zu überbieten. Klar, dass man in der Politik den billigen Ziwis als Ersatz für richtige Arbeitskräfte nachtrauert. Aber was war denn die Begründung, dass man die Schuldauer in den Gymnasien von 13 auf 12 Jahre gesenkt hat? Die Abiturienten sollten am Ende ein Jahr füher in das Berufsleben eintreten, um Steuern und Sozialabgaben zu zahlen. Mit dem sozialen Jahr kämen auch die Nicht-Gymnasiasten, die eine Ausbildung anfangen könnten, ein Jahr später in den Beruf. Und das soll sich lohnen? Dann könnte der Staat auch gleich zehn soziale Jahre anordnen.