Gast

.Nachlass

Ich habe am 8.03.2019 einen anwalt wegen einem Nachlass gebraucht. War einmal persönlich bei im in der Kanzlei, dann kam Corona und alles blieb liegen.Jetzt am 27.12.2022 kam eine Email das ich 249€ zahlen soll,Beratungsgebühr ,20€post und Telefon und Mehrwertsteuer .
Ist doch verjährt oder ?
Frage Nummer 3000279307

Antworten (18)
B.Kloppt
Blödsinn. Das ist natürlich nicht verjährt. Forderungen verjähren nach Ablauf von 3 Jahren. Wobei der 31.12. als Beginn der 3 Jahre gilt.
Interessant, dass Du zwar Leistungen in Anspruch genommen hast, Dich aber vor der Bezahlung drücken willst. Das sagt viel über Dich aus.
ingSND
Das kann man a) freundlicher ausdrücken - es ist nicht selbstverständlich, dass die Verjährung im finanziellen Bereich einen anderen Stichtag hat als in praktisch allen anderen Bereichen
und b) hat der Anwalt nach meinem Verständnis außer der Erstberatung überhaupt keine Leistung erbracht, in jedem Fall kein für den Fragesteller relevantes Problem gelöst. Es sagt genau so viel über den Anwalt aus, dass er für fast nichts bezahlt werden will.
Skorti
So gern ich manchen auch widerspreche, aber wo gibt es denn einen anderen Stichtag als den 31.12. für die Berechnung der Verjährung? In (praktisch) allen Bereichen gilt die Verjährungsfrist: 3 Jahre beginnend mit dem Jahresende.
Gewährleistung, Garantien etc. laufen ab einem Leistungsdatum, diese verjähren aber nicht, sondern laufen aus, ab, verfallen oder so was.
Ein Anwalt muss auch kein Problem lösen, ein Anwalt muss auch einen Fall nicht gewinnen um eine Rechnung zu stellen. Eine Erstberatung ist nicht immer kostenlos. Von uns weiß keiner, wie lange Gast den Anwalt seine Probleme geschildert hat. Wenn Gast den Anwalt 2 Stunden vollgelabert hat, mit wie Cousin Kevin Oma immer ausgenommen hat, und darum nicht erben sollte?
Ich finde es überhaupt nicht verwerflich für seine Arbeit eine Bezahlung zu erwarten.
B.Kloppt
Wo kommt eigentlich diese Mentalität (um es freundlich auszudrücken) her, ein Anwalt müsse seine Zeit einem Mandanten kostenlos zur Verfügung stellen? Selbstverständlich muss man für eine Leistung bezahlen. Dass der Anwalt sogar nur die sicher kostengünstigere Erstberatung berechnet, spricht sehr für ihn. Hätte er den Streitwert angesetzt, wäre die Rechnung sicher höher ausgefallen.
Zu erwarten, ein Jurist könnte sein Wissen kostenlos an einen Ratsuchenden weitergeben, mutet schon sehr seltsam an.

Ich weiß auch nicht, was "Verjährung im finanziellen Bereich" sein soll. Es handelt sich um eine ganz normale Forderung. Und diese hat nun einmal die im BGB geltende Verjährungsfrist.
B.Kloppt
Wo kommt eigentlich diese Mentalität (um es freundlich auszudrücken) her, ein Anwalt müsse seine Zeit einem Mandanten kostenlos zur Verfügung stellen? Selbstverständlich muss man für eine Leistung bezahlen. Dass der Anwalt sogar nur die sicher kostengünstigere Erstberatung berechnet, spricht sehr für ihn. Hätte er den Streitwert angesetzt, wäre die Rechnung sicher höher ausgefallen.
Zu erwarten, ein Jurist könnte sein Wissen kostenlos an einen Ratsuchenden weitergeben, mutet schon sehr seltsam an.

Ich weiß auch nicht, was "Verjährung im finanziellen Bereich" sein soll. Es handelt sich um eine ganz normale Forderung. Und diese hat nun einmal die im BGB geltende Verjährungsfrist.
Skorti
Weil mir doch nichts anderes mit Verjährung einfiel. Straftaten verjähren ab dem Datum der Straftat.
Ich denke aber, die Verjährung von Schulden ist deutlich bekannter als die von Straftaten.
ingSND
@Skorti:
- Gewährleistungsrecht
- Mietrecht
- Werkverträge
- Reiserecht
- Strafrecht
- Verkehrsrecht
- Verwaltungsrecht
- jeder Art von Gerichtsurteil - sogar, wenn es um Geld geht, z.B. bei vollstreckbaren Titeln

Verjährungen laufen normalerweise ab einem bestimmten Stichtag und es ist meines Wissens (praktisch) nur bei unmittelbaren finanziellen Forderungen so, dass der Stichtag auf den 01.01. des Folgejahres geschoben wird.
ingSND
Was den Anwalt betrifft, hast Du schon recht. Er hat eine Beratungsleistung erbracht und dafür hat er ein Anrecht auf eine Bezahlung.
Der Klient hat aber auch einen Anspruch auf zeitnahe Rechnungsstellung.
Und es war nicht "nett" von dem Anwalt, nur die Beratungsgebühr zu nehmen. Mehr darf er nicht.
Er hat also genommen, was er kriegen kann und hat damit bis zum letzten Tag gewartet. Formal ist das alles in Ordnung. Aber anstelle des Klienten würde ich ihm meinerseits auf formal korrekte Weise so viel Arbeit wie irgend möglich machen. Und dass er dabei die Rechtmäßigkeit der Zahlung prüft, ist dabei in keinster Weise verwerflich.
B.Kloppt
Nein, einen Anspruch auf zeitnahe Rechnungsstellung gibt es nicht. Es ist Sache des Anwalts, wie lange er auf Bezahlung warten will und wann er die Rechnung stellt.
Bei einer Erstberatung kann man nicht soviel Arbeit wie möglich machen. Sonst rutscht man nämlich ganz schnell in ein wesentlich kostenspieligeres Mandat rein.
Für mich ist es absolut verwerflich, erst eine Beratung in Anspruch zu nehmen und sich dann vor der Bezahlung drücken zu wollen.
B.Kloppt
Zudem schreibt der Fragensteller auch nichts von einer Erstberatung.
Man bezahlt dann seine Schulden und gut ist es.
Skorti
Gewährleistungsrecht
Gewährleistung "verjährt" nicht, sie läuft einfach aus. Ich habe in dem Zusammenhang nie von Verjährung gehört.
Mietrecht, Werkverträge, Reiserecht und Verwaltungsrecht ... was soll da verjähren?
Verkehrsrecht fällt für mich in dieselbe Rubrik Strafrecht, die Verjähren ab Tatdatum, hatte ich genannt.
Okay, beim Reiserecht finde ich Verjährungsfristen bei Erstattungen bei Reisemängeln. Gilt für die Einreichung von Ansprüchen. Wird bei den anderen ähnlich sein. Ich denke bei Verjährung trotzdem in erster Linie an Forderungen.
ingSND
@skorti: doch, der Terminus bei Gewährleistung ist Verjährung.
Der Rest grenzt, bei allem Respekt, an Denkverweigerung.
- Mietrecht: Mängelreklamation bei Wohnungsübergabe
- Werkverträge: Ist die Arbeit vollständig erbracht oder nicht
- Reiserecht: das Essen war schlecht, Kakerlaken im Zimmer, der Flug verspätet
Woran DU in erster Linie denkst, ist völlig uninteressant. ICH z.B. denke nicht in erster Linie an Forderungen. Aber auch, was ich denke, ist uninteressant. Otto Normalverbraucher hat in den allermeisten Fällen mit Verkehrs-, Verbraucher- und Verwaltungsrecht zu tun. Strafmandate, Umtausch- oder Kündigungsfristen, Widerspruchsfristen, Völlig egal, ob die Fristen im rechtlichen Sinne "ablaufen" oder "verjähren" - in allen diesen Bereichen gelten Stichtage und es würde mich aufs Äußerste wundern, wenn die Mehrzahl unserer Mitbürger wüssten, dass ausgerechnet Geldforderungen eben nicht wie alles andere an dem wirklichen Datum verjähren sondern am darauffolgenden Jahresende.
Wir können es beide nicht belegen, also ist die Diskussion von meiner Seite aus hier beendet. Möge der geneigte Leser sich seine eigene Meinung bilden.
B.Kloppt
Fristen verjähren nicht, sie laufen ab.
Einfache Unterscheidung: Eine Frist läuft ab. Eine Forderung verjährt, und zwar nach Fristablauf.
Skorti
Ich finde den Begriff "Denkverweigerung" alles andere als höflich, aber das ist Definitionssache.
Du hast eigentlich zwei Sachen gefunden, bei denen Verjährung am Stichtag beginnt. Eine davon hatte ich auch schon genannt, Verstösse gegen Gesetze oder Verordnungen. Für die andere hast du dann mehrere Unterfälle aufgelistet, denn in allen Sachen geht es um Mängel.

Mich im Gegensatz zu dir würde es sehr wundern, wenn es die Mehrheit nicht wüsste, wann Schulden verjähren, wird doch zu jedem Jahreswechsel in nahezu jedem Online- oder Printmedium erwähnt und vor der Verjährung gewarnt.
ingSND
@Skorti: ich bin davon überzeugt, dass Du des Denkens fähig bist, wie ich und wie die meisten anderen auch.
Wenn du dir dann trotzdem keine Beispiele vorstellen kannst, dann liegt das nicht an der Fähigkeit, dann "willst" Du irgendwie nicht. Da ist nichts ehrenrühriges in meinen Augen. Wenn das anders bei Dir ankommt, dann bedaure ich das.
Und ja, all die aufgezählten Dinge sind nichts anderes als "Mängel" und all diese Mängel verjähren zum Stichtag und nicht zum 31.12.
Ich konnte Dich nicht überzeugen, Du mich nicht. Sowas gibt es und es ist okay.
B.Kloppt
Ich weiß nicht, warum jetzt hier Stichtage und alle möglichen mit der Frage überhaupt nicht im Zusammenhang stehende sonstige Rechte angeführt werden. Der 31.12. ist bei der RA-Forderung kein "Stichtag", sondern der Beginn des Fristablaufs.
In der Jurisprudenz geht es auch nicht ums Verstehen oder Überzeugen, sondern um Wissen. Anderenfalls gäbe es bei Gerichtsurteilen wohl viele bahnbrechende Urteile, die auf Überzeugung des Richters und nicht auf Gesetzen beruhen würden.
ingSND
@b.kloppt: YMMD
Ginge es bei der Jurisprudenz um "Wissen" bräuchte man keine Gerichte, man könnte doch einfach nachschlagen.
Das mit den "spektakulären Entscheidungen" hatten wir erst vor kurzem mit "Roe vs. Wade" in den USA.
Im Übrigen: zwischen Skorti und mir ging es am Ende darum, ob quasi alles (wesentliche) zum 31.12. verjährt und ob Otto Normalverbraucher das wissen müsste. Da waren wir unterschiedlicher Meinung und konnten uns nicht gegenseitig überzeugen.
B.Kloppt
Wie Du meinst. Es ist wohl sinnlos.