Schließen
Menü
Gast

Wie hoch darf der Notdienstzuschlag bei einer Handwerkerrechnung sein?

Für die Behebung einer Heizungsstörung am Wochenende wurde 100 % Zuschlag für die Lohnkosten verlangt. Auch wurde eine Fahrzeugpauschale von 50 € verlangt obwohl die Firma im gleichen Ort ist ( Anfahrt 3 Min.). Ist das zulässig?
Frage Nummer 3000146703

Weitere Gutscheine: DJI, reichelt Gutschein

Antworten (29)
dschinn
Heizungsstörung ist ja nun nicht wirklich etwas dringendes.

Statt in die Kirche zu gehen und danach mit seiner Familie gemütlich den Sonntag zu feiern ist der Handwerker zu dir gekommen und hat gearbeitet.
Das sollte es dir wert sein.
Und eine Pauschale ist eine Pauschale.
neilo
Tariflich gesehen sind für Sonn- und Feiertage 100% Zuschlag auf den Lohn o.k. Die Fahrzeugpauschale basiert sicherlich auf eine Mischkalkulation, die der Handwerker für seinen Betrieb ausgearbeitet hat und bezieht sich auf Einsätze von xx km Entfernung zu seinem Firmensitz. Pech für dich, dass du in naher Nachbarschaft zum Handwerker wohnst.
Oupa
Neilo,
wie kann es Pech für den Gast sein, in naher Umgebung des Handwerkers zu leben?
Kannst du das erklären oder nicht?
dschinn
Alle haben den Satz verstanden, nur der besoffene Opa stänkert mal wieder.
Alienne
Paul, schlag den Begriff "Mischkalkulation" nach oder stirb dumm.
rayer
Da hilft kein nachschlagen, das macht der täglich mehrmals. Du musst Dich wohl daran gewöhnen, der Mensch stirbt dumm.
dschinn
Dumm zu sterben ist nicht jedem gegönnt aber wen es trifft, der hat großes Glück.
Cheru
Eine Mischkalkulation gibt es in der Betriebswirtschaftslehre nicht, denn:

Kosten werden kalkuliert - Preis werden gebildet.

Wir haben es hier mit einem Preis von 50€ für das Bewegen der Karre zu tun. Schon an dem runden Betrag sieht man, dass hier nichts kalkuliert wurde, sondern schön rund festgesetzt (= gebildet) wurde.
Oupa
Da es ja nun geklärt ist, wer hier die dummen Menschen sind mit ihrer »Mischkalkulation«, die es nicht gibt, behaupte ich, dass es ein Glück ist, dass der Handwerker in der Nähe wohnt.

Aber das versteht ihr nicht.
Macht auch nichts.
Oupa
Alienne,
willst du dich bei mir anschmusen, indem du mich Paul nennst?
Das gelingt dir nicht, denn ich bin seit über 30 Jahren verheiratet, wir haben drei Kinder und fünf Enkelkinder mit dem sechsten auf dem Weg.

Freundliche Grüße, Bernd.
Oupa
Treffen sich zwei Freunde auf der Straße.
Sagt der eine: »Lass’ uns gegen den Wind pinkeln, und weil wir zu zweit sind, können wir behaupten, es regnet.«
Deho
@ Cheru
Ob es in der Betriebswirtschaftslehre eine Mischkalkulation gibt oder nicht, ist Sache der Betriebswirtschaftslehre, im Wirtschaftsleben gibt es sie jedenfalls.

Beispiel Flatrate: Der Anbieter kalkuliert das Verhältnis der Kosten für Viel- und Wenignutzer und bildet daraus einen Preis. Der ist kalkuliert und muss konkurrenzfähig sein. Der Handwerker arbeitet eher nicht mit statistischen Methoden, sondern kalkuliert Pi mal Daumen, daher der runde Preis.
Oupa
Deho,
das stimmt nicht. Wie Cheru ganz richtig schrieb, kalkuliert man die Kosten, das nennt man eine Kalkulation (Englisch = Estimate).
Da geht es nur darum, was etwas für den Verkäufer kostet.

Das hat mit dem Verkaufspreis wenig zu tun, es sei denn, man basiert seinen – was ihr nennt »Preis« – darauf.
Das, was ihr einen »Preis« nennt, ist ein Angebot (Englisch = Quote) an den oder die Käufer, ihrerseits ein Angebot abzugeben.
Erst wenn beide Parteien zustimmen, gibt es einen Verkaufs- und Einkaufspreis, der identisch ist.
Der Käufer kann natürlich das Angebot des Verkäufers annehmen, ohne zu wissen, dass es nur ein Angebot ist, und keineswegs ein »Preis«.

Dein Beispiel mit der Flatrate ist ebenfalls falsch. Da wird nichts kalkuliert, sondern ein »Preis«, also Angebot, gebildet mit völlig anderen Mitteln als eine Kalkulation. Wie du selber schreibst, muss man wettbewerbsfähig sein, und man muss ebenfalls Gewinn machen.
Das hat mit einer Kalkulation wenig zu tun.
Natürlich ist es von Vorteil, wenn man eine Kalkulation hat, damit man weiß, was eine Ware in der Herstellung kostet oder eine Dienstleistung.

Deine Unterstellung, ein Handwerker würde nicht mit statistischen Methoden arbeiten – die du ja in deinem ersten Satz ablehnst, weil du keine Ahnung von BWL hast – zeigt dein Unwissen.
Deho
@ Oupa
Die Herstellungskosten werden ermittelt, der Verkaufspreis wird festgelegt. Das ist aber nicht das von Cheru angesprochene Thema. Hier geht es lediglich um den Begriff Mischkalkulation, und die gibt es.

Der Flatrateanbieter ermittelt die Kosten für Intensivnutzer, Normalnutzer und Gelegenheitsnutzer und setzt die in ein Verhältnis zueinander. Daraus ermittelt er einen gewichteten Mittelwert. Dann legt er den Preis für seine Leistung fest, als Monopolist kann er einen hohen Preis durchsetzen, bei aggressiver Konkurrenz einen einen niedrigeren. Letzeres ist das, was Du meinst, ersteres ist das, was Cheru und ich meinen.

So ähnlich macht das der Handwerker in der Frage auch. Sind 80% seiner Kunden in einem Umkreis von 10 km, kommt er zu anderen Fahrtkosten, als wenn 80% seiner Kunden in einem Umkreis von über 50 km liegen. Ob das jetzt realistisch ist, ist für das Rechenbeispiel unerheblich. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, und so kalkuliert der Handwerker. Und das ist eine Kalkulation, wie auch immer, und es ist einen Mischkalkulation, auf deren Basis er seine Pauschale festsetzt.
Oupa
Deho,
du kennst den Unterschied zwischen Kalkulation und Angebot nicht.
Macht mich nicht nass.
Deho
Oupa,
genau diesen Unterschied habe ich dargestellt. Dass Deine Auffassungsgabe im Bereich des absoluten Gefrierpunkts liegt, ist nicht meine Schuld.
Cheru
Der Begriff "Mischkalkualtion" kommt im Vergaberecht vor, mutmaßlich erfunden von Juristen.

Kaufmännisch ist er aber unsinnig: Kosten werden so genau wie möglich kalkuliert (lat. berechnet), wobei der Kaufmann weiß, dass das bei Stückkosten gar nicht geht. Gemischt wird dabei nichts.

Preise hingegen werden nicht kalkuliert, sondern wie oben vielfach beschrieben nach irgendwelchen Kriterien festgesetzt (aka gebildet).

Einen mathematischen Zusammenhang zwischen Kosten und Preisen gibt es nicht.
Deho
"Der Grundgedanke der Mischkalkulation besteht darin, für den Gesamtbetrieb, für eine Abteilung oder Artikelgruppe einen genau berechneten Bruttobetrag zu erzielen. In der Umsetzung bedeutet das, dass die oft vorkommenden Preisminderungen, Sonderangebote, Preisreduzierung auf beschädigte Ware o.ä., Mitarbeiterrabatte und konkurrenzbedingte Preisanpassungen bereits vorab einkalkuliert sind. Das Rechenverfahren der Mischkalkulation ist für jede Existenzgründung relevant.

Mit der Mischkalkulation kann somit ein nahezu reales Bild von den voraussichtlichen Erträgen abgebildet werden. Bei diesem kaufmännischen Verhalten werden auf einzelne Artikel unterschiedliche Kalkulationsaufschläge angewendet. So werden preisstabile Artikel höher kalkuliert und preissensible damit ausgeglichen. Die Mischkalkulation ist im Businessplan nicht erforderlich.

Die Mischkalkulation dient der kurzfristigen Erfolgskontrolle, was auf dem Warenwirtschaftssystem beruht. Wenn eine Mini GmbH zum Beispiel ein Produktportfolio von 5 Artikeln anbietet, können die 5 Leistungen nach verschiedenen Kalkulationsaufschlägen berechnet werden, so dass evtl. Einbußen berücksichtigt werden und die Kalkulation nicht völlig vom Ergebnis letztlich abweicht. Solche Eventualitäten können mit Hilfe der Mischkalkulation bereits ersichtlich gemacht werden."

Link: https://www.unternehmenswelt.de/mischkalkulation.html

Demnach ist die Mischkalkulation ein kaufmännisches Verfahren, um eine rechnerische Grundlage für die Preisbildung zu erhalten.

Wenn eine Großbäckerei drei verschiedene Kuchen zum selben Verkaufspreis anbieten will, kalkuliert sie genau die Herstellungspreise für z.B. Zitronenkuchen, Nusskuchen und Marzipankuchen. Davon das arithmetische Mittel zu bilden wäre unklug, wenn sich eine Sorte mehr als die andere verkauft. Also gewichtet man die Anteile und baut darauf die Preisbildung auf. Das funktioniert dann genauso wie bei der exakten Kalkulation, nur eben auf statistischer Grundlage.
miele
Selbstverständlich existiert der Begriff einer Mischkalkulation, auch wenn man das woanders nicht wahr haben möchte oder nicht versteht. Der Grundgedanke ist der, dass man Leistungen oder Artikel mit weniger kalkuliertem Gewinn anbietet und verkauft und dies durch Artikel oder Leistungen im Angebot kompensiert, bei denen der Gewinn höher angesetzt ist. Beispiel, Supermarktangebote, um Käufer in den Laden zu locken oder eine Vereinfachung der Preisgestaltung, wie bei den Kosten für die Anfahrt eines Handwerkers hier bereits erläutert.
Cheru
Ich meine es nicht böse, ich folge nur der Grundidee der Wissenscommunity.

Der Text von unternehmenswelt.de ist aus Sicht eines Kaufmanns erstaunlich dümmlich. Sätze wie "Die Mischkalkulation dient der kurzfristigen Erfolgskontrolle, was auf dem Warenwirtschaftssystem beruht." decouvrieren den labernden Autor auch für den Laien.

Ich habe schon oft etwas über Mischkalkulationen gehört. Man hat mir sogar schon erklärt, dass ich in meinem Rechnungswesen Mischkalkulationen mache. Aber noch nie hat mir einer dieser Typen eine Mischkalkulation vorführen oder zeigen können - in Handel und Industrie wohlgemerkt.

Wir habe es mit einem Phantom zu tun, sozusagen von der Vision zur Illusion.

Kalkuliert werden ausschließlich Kosten, die dabei auch Kostenträgern in unterschiedlichen Verhältnissen zugerechnet werden können. Dabei wird weder gemischt noch gewürfelt.
Und das ist völlig unabhängig von einer Preisbildung, die wiederum erst die Voraussetzung für eventuelle Erträge ist.

Niemand muss sich meiner Meinung anschließen. Dennoch möchte ich vorschlagen, eine gegenteilige Meinung zumindest nicht mehr nachdrücklich öffentlich zu propagieren.
Deho
@ Cheru
Ich wollte ursprünglich nur Deine (unbewiesene) Behauptung „Eine Mischkalkulation gibt es in der Betriebswirtschaftslehre nicht.“ in Frage stellen. Dann kam noch „Der Begriff "Mischkalkualtion" kommt im Vergaberecht vor, mutmaßlich erfunden von Juristen.“ dazu.

Dass es den Sachverhalt der Mischkalkulation in der Wirtschaft gibt, dürfte inzwischen keine Frage mehr sein. Du magst die Aussagen von Unternehmenswelt dümmlich finden, ich finde sie realistisch, sie gibt es auch woanders, z.B. in Wikipedia. Deine etwas eindimensionale Betrachtung von Kostenkalkulation teile ich nicht.
Cheru
"Das Rechenverfahren der Mischkalkulation ist für jede Existenzgründung relevant."

Niemand kann eine solch "relevantes" Verfahren mit Zahlen in der Praxis vorführen. Wäre es möglich, würde ich schweigen.

"Mit der Mischkalkulation kann somit ein nahezu reales Bild von den voraussichtlichen Erträgen abgebildet werden."

"Real" von "voraussichtlich". Das ist schon ziemlich dümmlich.

Das Pferd ist tot, man sollte besser absteigen.
Sockensuppe
Zitat Wikipedia:

Unter Kalkulation (vom spätlateinisch calculatio für die „Berechnung“) versteht man im Allgemeinen eine Berechnung, besonders im kaufmännischen Bereich. Im Rechnungswesen dient die Kalkulation

- der Ermittlung der Stückkosten einer Ware, Dienstleistung oder eines Halbfabrikates (vgl. Kostenträgerstückrechnung)
- der Ermittlung der Produktionskosten einer Ware pro Periode (vgl. Kostenträgerzeitrechnung)
- der Ermittlung des Brutto- und Netto-Verkaufspreises abhängig von Vertriebskanal und Kundenrabattgruppe.
Sockensuppe
Das wäre ausgesprochen dämlich,wenn man bei der Preisgestaltung seine Kosten nicht berücksichtigt. Die Ware sollte ja so teuer sein, dass man mindestens seine Herstellungskosten herausbekommt.
Oupa
Sockensuppe,
das haben Cheru und ich doch die ganze Zeit geschrieben.
Nur Deho zitiert weiterhin aus dem Handbuch für Pfadfinder.
koomas
Weitestgehend jeder Kaufmann bedient sich einer Mischkalkulation. Z.B. wenn Du essen gehst, sind Getränkepreise anders kalkuliert als die Speisen und auch innerhalb der Menükarte werden Speisen unterschiedlich kalkuliert - einfach um beim Kunden, bzw. Gast in dem Fall eine bestimmte Erwartungshaltung zu befriedigen. Gutes Beispiel ist auch IKEA, verdienen am Essen so gut wie nix, das sie an anderer Stelle wieder reinholen.
Ob man jetzt den Begriff Mischkalkulation verwendet oder das irgendwie anders nennt, das Prinzip wird sehr häufig angewandt.

Ich seh gar nix mehr von Sockenpuppen-tiny. Sowas...
Oupa
koomas,
wärest du jemals ein Kalkulator (Englisch = Estimator) gewesen, wüsstest du, dass du hier Unsinn geschrieben hast.
Kalkuliert werden die Kosten, nicht der Gewinn. Man kann nicht einfach die Kosten manipulieren.
Aber bei den ganzen Amateuren hier, die glauben etwas zu wissen, ist es nicht verwunderlich, dass hier überwiegend Unsinn geschrieben wird.
Oupa
Und nun ist genug für mich. Ich habe keine Lust mehr, mich mit luddites zu unterhalten.
0upa
Du bist wirklich weg,
Schwörst du, daß du nie wieder zurück kommst?