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Noch Fragen?

Frage Nummer 42881 Colipohlle2

Würdet ihr die Ausstellungen von Gunther von Hagen eher als Kunst oder als medizinische Ausstellungen bezeichnen?

Antworten (10)
Amos
Die Frage habe ich vor Monaten bereits beantwortet. Bitte im Archiv nachschauen.
ing793
Tja Amos, Deine Antwort scheint verschwunden - zumindest ist sie auf trivialem Weg nicht zu finden.
Weder unter "Hagen" noch "Plastination" noch "Körperwelt" findet sich irgendwas.
Die Ausstellung ist faszinierend, auch ich habe sie vor Jahren besucht. Aber sie ist weder Kunst noch medizinisch. Sie bezieht ihren Reiz aus dem Morbiden, Verbotenen - und ist mittlerweile zu purer Geldmacherei verkommen. Was immer am Anfang die Motivation war, die Fortsetzung ist dem Geld geschuldet.
Ich würde heute nicht mehr 'reingehen.
Amos
@ing793: genau erinnere ich mich nicht an meine damalige Antwort, weiß aber sinngemäß, was ich geantwortet habe: 1. Herr von Hagens erweckt einen unseriösen Eindruck (Professorentitel trägt er unrechtmäßig), 2. Sein Habitus soll an Joseph Beuys erinnern, 3. die öffentliche Darstellung von Toten als Volksbelustigung halte ich moralisch für sehr fraglich.
Jeder, der sich anatomische Präparate aus Interesse und nicht nur aus Sensationsgier anschauen möchte, kann sich in fast allen anatomischen Instituten der Unis informieren. Ich habe in meinem Leben bereits genug Leichen gesehen und kann nicht verstehen, was Menschen dazu treibt, sich solche Exponate zu betrachten.
Hier wird eine Grenze überschritten, die ich als sehr fragwürdig empfinde.
Schlumpfine85
Gunther von Hagens ist Wissenschaftler und hat Medizin studiert. Er ist Erfinder der dauerhaften Konservierung toter Körper mit einem bestimmten Verfahren.

Die Ausstellung "Körperwelten" zeigt uns den menschlichen und tierischen Körper so wie er ist. Die Konservierung der toten Körper basiert auf medizinischen Kenntnissen und kann durchaus als eine informative "medizinische Ausstellung" gesehen werden. Jede Tätigkeit, die auf Wissen basiert und das Ergebnis eines kreativen Prozesses ist, bezeichnet man als Kunst.
Amos
@Schlumpfine85: wo ist das denn abgeschrieben?
bh_roth
@Schlumpfine85: Zunächst ist Hagen knallharter Geschäftsmann.
Ascorbina
Ist doch alles noch da,man muss nur wissen wo!
Fred_Fire25243
Ganz böse Zungen würden die Ausstellungen von Herrn von Hagen als geschmacklose Angelegenheit und Respektlosigkeit vor dem Tod bezeichnen. Höchstwahrscheinlich ist es eine Mischung aus Kunst und Medizin. Letztendlich überwiegt aber wohl doch die künstlerische Gestaltung der Plastinate.
Leo S
Sowohl als auch, denn aus medizinischer Sicht ist sie doch hochinteressant. Wo kann man denn schon so authentisch in den Muskel oder die Lunge usw. eines Menschen hineinschauen, wenn man nicht gerade Pathologe ist. Zum Anderen muss man schon künstlerisch begabt sein, Tote so „ästhetisch“ zu präparieren und darzustellen. Aus künstlerischer, wie aus medizinischer Sicht ist es eine Faszination, dass es auf den Ausstellungen gar nicht übel riecht,
Amos
@Leo S: aus medizinischer Sicht ist sie uninteressant, da jeder Medizinstudent im 3. und 4. Semester einen Präparierkurs macht (SS 3 Monate, WS 4 Monate) und damit die Anatomie des Menschen kennenlernt. Für den Laien natürlich faszinierend, gruselig und sensationell!