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Affäre um Strauss-Kahn: Arztbericht soll Vergewaltigung bestätigen

Bei der Untersuchung des Zimmermädchens, das Dominique Strauss-Kahn Vergewaltigung vorwirft, sollen die Ärzte einem Medienbericht zufolge Spuren einer Vergewaltigung diagnostiziert haben. Die Anwälte des Ex-IWF-Chefs reagierten empört auf die detaillierte Veröffentlichung.

Bei einer Untersuchung des New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo, die dem früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn sexuelle Übergriffe vorwirft, sollen Ärzte einem Medienbericht zufolge Spuren einer Vergewaltigung festgestellt haben. "Diagnose: Angriff. Ursache der Verletzungen: Angriff, Vergewaltigung", heißt es nach Angaben des französischen Nachrichtenmagazins "L'Express" von Dienstag in dem Arztbericht, der am 14. Mai drei Stunden nach dem mutmaßlichen Angriff in einem Krankenhaus in Manhattan ausgestellt wurde.

Der Verfasser des Berichts schreibt nach Angaben des Magazins, die Frau sei in Tränen aufgelöst gewesen, als sie von dem Vorfall im New Yorker Sofitel berichtet habe, wo sie als Zimmermädchen arbeitete. "Der nackte Mann mit den weißen Haaren schloss die Tür ab und zog sie auf das Bett", zitierte "L'Express" aus dem Bericht. Der Mann habe ihre Strumpfhose zerrissen und "den äußeren Teil ihrer Vagina gegriffen". Anschließend habe er "seinen Penis tief in ihren Mund gesteckt, während er ihre Haare griff", heißt es weiter nach Angaben des Magazins.

Auf der letzten Seite des Berichts ist demnach ein Zeichnung der Vagina der Patientin enthalten, auf der ein Teil angestrichen ist, um eine Rötung anzuzeigen. Zudem habe der untersuchende Arzt vermerkt, dass die 32-Jährige über Schmerzen in der linken Schulter klage. Diese seien aber ihren Angaben nach weit weniger schlimm als zu Beginn des Nachmittags.

Empörung im gegnerischen Lager

Die Anwälte von Strauss-Kahn haben empört auf die Veröffentlichung des Arztberichts reagiert. "Das Benutzen dieses medizinischen Berichtes, mit dem die Anwälte der Klägerin ihre Anschuldigungen untermauern wollen, ist irreführend und unseriös", erklärten William W. Taylor und Benjamin Brafman. Der Bericht basiere fast ausschließlich auf Aussagen der Klägerin, "die mehrmals gezeigt hat, dass sie nicht glaubwürdig ist", fügten Strauss-Kahns Anwälte hinzu.

Diallo wirft Strauss-Kahn vor, er habe Mitte Mai in seinem New Yorker Hotelzimmer versucht, sie zu vergewaltigen, und habe sie zum Oralsex gezwungen. Nachdem Anfang Juli massive Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit aufgekommen waren, kam der 62-jährige Franzose unter Auflagen frei. Die Anklage gegen ihn bleibt jedoch vorerst weiter bestehen. Strauss-Kahns nächster Gerichtstermin soll am 23. August stattfinden. Diallo hat vergangene Woche zudem Zivilklage gegen Strauss-Kahn eingereicht.