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Angebliche Sexpartys: Berlusconis Frauen-Vermittler sitzt ein

Gianpaolo Tarantini, der Dutzende junger Frauen für Hauspartys von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi angeheuert haben soll, ist verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft in Bari ermitelt gegen den Geschäftsmann wegen Korruption, Drogenhandels und Prostitution.

In Italien ist ein möglicher Belastungszeuge gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Skandal um angebliche Sexpartys verhaftet worden. Der mit dem Regierungschef befreundete Geschäftsmann Gianpaolo Tarantini sei wegen Fluchtgefahr und der möglichen Manipulation von Beweismitteln am Freitag in Bari verhaftet worden, teilte Staatsanwalt Antonio Laudati mit. Bereits vor zwei Monaten hatten die Ermittler ein Verfahren gegen Tarantini wegen Korruptionsverdacht eingeleitet. Bei einer anschließenden Telefonüberwachung hätten sich Hinweise auf mutmaßlichen Drogenhandel, aber auch auf Anstiftung zur Prostitution ergeben.

Tarantini hatte in Verhören angegeben, zwischen September 2008 und Januar 2009 etwa 30 Frauen für insgesamt 18 Partys in die Villen Berlusconis in Rom und auf Sardinien geschickt zu haben. Er habe sie als seine Freundinnen ausgegeben, auch um beim Ministerpräsidenten in einem guten Licht zu stehen. Einige Frauen seien - "falls notwendig" - auch zum Sex bereit gewesen, doch habe Berlusconi nichts von der Bezahlung der Frauen für die Teilnahme an den Festen gewusst, sagte Tarantini nach früheren Berichten aus.

Der 72-jährige Berlusconi selbst hat mehrfach bestritten, für Sex bezahlt zu haben. Im Juni hatte die Prostituierte Patrizia D'Addario aus Bari zu Protokoll gegeben, der im Gesundheitswesen tätige Unternehmer Tarantini habe sie und andere gegen Bezahlung für die Partys angeworben. Wenn sie die Nacht bei dem Regierungschef bleibe, werde sie von diesem selbst dann ein "Geschenk" bekommen, sei ihr gesagt worden. Tonbandaufnahmen belegen angeblich, dass sie eine Nacht mit Berlusconi verbracht hat.

AFP/DPA / DPA
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