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Arkansas Tritte gegen den Kopf und den Rücken: Neuer Fall von Polizeigewalt erschüttert die USA

Ein Polizeiauto blockiert eine Straße in Washington.
Ein Polizeiauto blockiert eine Straße in Washington. Erneut ist es in den USA zu einem Fall von Polizeigewalt gekommen (Symbolbild)
© Lev Radin / Pacific Press Agency / Imago Images
Drei Polizisten knien auf einem am Boden liegenden Mann, zwei von ihnen prügeln auf ihn ein. In einer kleinen Gemeinde in Arkansas gerät am Sonntag eine Polizeikontrolle völlig außer Kontrolle. Eine Zeugin filmt den Vorgang, die drei Beamten werden umgehend suspendiert.

Es sind Bilder, die an das brutale Vorgehen amerikanischer Polizisten im Fall von George Floyd erinnern. In Mulberry, einer 1500-Seelen-Gemeinde in Arkansas, verprügeln am Sonntagmittag zwei Polizisten einen Mann, ein dritter fixiert ihn am Boden. Gefilmt wird das Ganze von einer Zeugin, die das Video ihrer Schwester schickt. Anschließend wird es im Internet veröffentlicht. Die Brutalität, mit der die Beamten vorgehen, erschüttert viele in den sozialen Netzwerken. Während einer der Beamten dem Verdächtigen mehrfach mit seinem Knie in den Rücken tritt, schlägt und tritt ein weiterer auf den Kopf des Mannes ein. Schließlich packt er ihn an den Haaren und schlägt den Kopf auf den Asphalt.

Über die Hintergründe der Tat gibt es unterschiedliche Aussagen. Jimmy Damante, der Sheriff von Crawford County, dem Bezirk in dem Mulberry liegt, erklärte gegenüber "CNN", dass es sich bei dem Mann auf dem Boden um einen 27-Jährigen Weißen handele, der in einem Nachbarort den Angestellten einer Tankstelle bedroht habe. Als die Polizisten den Mann vor einem Geschäft in Mulberry ansprachen, habe dieser zunächst kooperiert, dann aber die Polizisten angegriffen. Dies habe zu der Auseinandersetzung auf dem Video geführt, sagte Damante. Der 27-Jährige wurde in einem Krankenhaus behandelt und anschließend in ein Gefängnis gebracht. Er wurde unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung ersten und zweiten Grades und eines tätlichen Angriffs angeklagt, die Kaution auf 15.000 Dollar festgesetzt. Einer der Polizisten habe sich bei der Auseinandersetzung leichte Kopfverletzungen zugezogen.

Arkansas: Zeugin verbreitet Vorfall im Internet

Ganz anders stellt Naomi Johnson den Verlauf der Auseinandersetzung dar. Ihre Schwester hatte den Vorfall gefilmt und ihr geschickt, Johnson verbreitete die Videos in sozialen Medien. Ihre Schwester habe ihr berichtet, dass der Mann, der nicht mal Schuhe besessen habe, auf einem Bordstein gesessen und mit den Beamten gesprochen habe, sagte Johnson gegenüber der "Arkansas Times". Als der Mann aufgestanden sei und den Anschein gemacht habe zu flüchten, hätten die Polizisten auf ihn eingeprügelt. Auf ihre Schwester habe der Mann den Eindruck gemacht, als ob er mentale Probleme gehabt hätte.

Die brutale Vorgehensweise der Polizisten hat jedoch bereits Konsequenzen. Noch am Sonntag wurden alle drei Beamten suspendiert. "Ich habe die Polizei des Staates Arkansas gebeten, die Ermittlungen zu übernehmen und die drei Beamten bis zum Ende der Untersuchungen suspendiert. Alle meine Angestellten sind verantwortlich für ihre Handlungen und ich werde angemessene Maßnahmen ergreifen", teilte Sheriff Damante in einer Stellungnahme auf Facebook mit. Auch Gouverneur Asa Hutchinson versicherte, dass aufgrund der Videoaufnahmen und der Anfrage des Staatsanwaltes die Festnahme in Crawford County untersucht werde. Gegenüber "NPR" bestätigte die Staatspolizei, dass die Untersuchung des Vorfalls bereits begonnen haben. Ihr Ergebnis werden sie dem Staatsanwalt übermitteln, der entscheidet, "ob die Form der Polizeigewalt im Einklang mit den Gesetzen in Arkansas steht.

In den USA kommt es immer wieder zu extremen Fällen von Polizeigewalt. So hatte im Mai 2020 ein Polizist minutenlang auf dem Hals von George Floyd gekniet, der mehrmals ebenso wie umstehende Passanten darauf hinwies, dass er keine Luft mehr bekommt. Floyd starb in der Folge des Polizeieinsatzes, der wegen eines mutmaßlich gefälschten 20-Dollar-Scheins ausgelöst worden war. Der hauptverantwortliche Polizist Derek Chauvin wurde 2021 zu einer Haftstrafe von 22 Jahren und sechs Monaten verurteilt. 

Quellen: CNN, Arkansas Times, NPR

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