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Australien: Mann half seiner Frau beim Suizid - und muss dafür lange in Haft

Er soll seine Frau zum Suizid angestiftet und sogar unterstützt haben, nur um die Lebensversicherung zu kassieren. Ein 69-jähriger Australier muss deswegen jetzt für zehn Jahre ins Gefängnis.

Die Statue der Justitia

Das Gericht im Bundesstaat Queensland entschied sich für eine Haftstrafe von zehn Jahren. 

DPA

Er hatte auf unschuldig plädiert, doch genützt hat es ihm nichts. Ein 69-jähriger Australier aus dem Bundesstaat Queensland muss für zehn Jahre ins Gefängnis, berichtet der Sender ABC. Ihm wird vorgeworfen, 2014 seine damals 56-jährige Frau zum Suizid angestiftet und sogar dabei unterstützt zu haben, indem er dafür Hilfsmittel beschafft hatte.

Graham M. soll es mit der Anstiftung zum Suizid auf die Lebensversicherungen seiner Frau abgesehen haben, die eine Versicherungssumme von 1,4 Millionen australischen Dollar ausmachte. Damit wollte der 69-jährige eine religiöse Kommune errichten, so ABC.

Krankheiten seiner Frau ausgenutzt

Nach Informationen des Senders SBS sei die Frau von Graham M. psychisch labil gewesen und hatte seit längerem mit chronischen Rückenschmerzen zu kämpfen. Der Richter in dem Verfahren sagte dazu: "Frau M. war eine verletzliche Person, die Probleme mit ihrer körperlichen Gesundheit hatte. Sie litt an Depressionen. Sie haben diese Schwachstellen ausgenutzt, um sie zu überzeugen, sich umzubringen und haben sie dabei unterstützt, nachdem sie diese Entscheidung getroffen hatte."

Der Richter sagte zu dem Urteil, es sei wohl das erste Mal weltweit gewesen, dass ein Mensch wegen Beihilfe und Beratung zum Suizid verurteilt wurde.

Haben Sie suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym und rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter: 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch ein Austausch per Chat oder E-Mail ist möglich.

rw
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