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Manching "Total veraltetes System": Wertvolle Goldmünzen aus Museum geraubt – Polizei muss sich mit Uralt-Festplatten rumärgern

Ein Foto der entwendeten Goldmünzen. Die Polizei hat mit dem Sicherheitssystem ihren Ärger.
Ein Foto der entwendeten Goldmünzen. Die Polizei hat mit dem Sicherheitssystem ihren Ärger.
© DPA
Doppelt peinlich für ein bayerisches Museum: Zuerst wurden bei einem Einbruch etliche wertvolle Goldmünzen entwendet, nun beschwert sich sogar die Polizei öffentlich über die schlechten Sicherheitsmaßnahmen.

Im Film werden Raubüberfälle und Einbrüche oft minutiös vorbereitet, nur eine Bande voll kluger Ganoven kann die ausgeklügelten Sicherheitssysteme schließlich überwinden. In der Realität ist so viel Mühe anscheinend oft nicht notwendig: Selbst der banalste Bestandteil der Sicherheitstechnik – die Kameras – waren in einem bayerischen Museum komplett veraltet.

Vergangene Woche war bei einem Einbruch im oberbayerischen Manching im dortigen "Kelten Römer Museum" ein mehrere Kilo schwerer Goldschatz gestohlen worden, der vor allem aus Münzen bestand. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Für die ermittelnden Beamten des bayerischen Landeskriminalamtes anscheinend kein einfacher Fall: "Das Kamerasystem, das im Museum verbaut wurde, ist ein total veraltetes System", sagte ein LKA-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München. "Das ist auf einem so alten Stand, dass man damit nicht mehr normal arbeiten kann." Zuvor hatte der "Münchner Merkur" über "technische Schwierigkeiten" beim Auswerten des Materials berichtet.

Hier war mal ein Schatz: Ein Kameramann filmt den leeren Ausstellungsort.
Hier war mal ein Schatz: Ein Kameramann filmt den leeren Ausstellungsort.
© AFP

Laut LKA sei es schwierig, das Bildmaterial auszuwerten, weil Updates und Weiterentwicklungen fehlten. Schließlich habe das LKA sogar die Server aus dem Museum abbauen und mitnehmen müssen. Derzeit arbeite eine Spezialfirma daran, das Material aufzubereiten. "In dem Fall liegt es nicht an uns, dass wir so langsam sind, sondern auch am Museum, dass die so alte Technik verbaut hatten."

Vom Museum selbst gab es auf die Vorwürfe zunächst keine Reaktion: Der Zweckverband des Kelten Römer Museums als Träger hatte zwar eine Stellungnahme angekündigt, die dann aber zunächst ausblieb. Erstaunlich an dem Fall ist auch, dass das LKA selbst die Sicherheitsmaßnahmen zunächst noch lobte: Sie hätten den Anforderungen beim Bau des 2006 eröffneten Museums entsprochen, hieß es kurz nach der Tat.

DPA

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