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Birmingham: Britischer Chirurg soll Leber "signiert" haben

Ein Chirurg aus Birmingham versah bei einer Lebertransplantation das Spenderorgan offenbar mit seinen Initialen. Der Fall ist Teil eines Reports über OP-Pannen in britischen Krankenhäusern.

Bei einer Transplantation soll ein britischer Arzt die Spenderleber mit seinen Anfangsbuchstaben markiert haben

Bei einer Transplantation soll ein britischer Arzt die Spenderleber mit seinen Anfangsbuchstaben markiert haben

Wie ein Künstler versah er sein Werk mit seinen Initialen: Mindestens eine eingepflanzte Spenderleber soll ein Chirurg im Queen-Elizabeth-Hospital in Birmingham während der Transplantation signiert haben. Der britische National Health Service (NHS) Trust in Birmingham bestätigte, dass es eine Untersuchung gebe, äußerte sich zu den konkreten Vorwürfen selbst aber zunächst nicht. Der Chirurg sei beurlaubt worden.

Einem Bericht des "Daily Telegraph" zufolge soll der Mediziner seine Initialen mit Hilfe des Edelgases Argon auf mindestens eine Leber gebrannt haben. Der Fall sei während einer Routineuntersuchung eines Patienten mit einer von dem Arzt transplantierten Spenderleber ans Licht gekommen. Es werde befürchtet, dass dies kein Einzelfall war, berichtete die Zeitung.

Falsche Organe, vergessene Instrumente

"Nach Vorwürfen des Fehlverhaltens hat die Krankenhausgesellschaft des Universitätskrankenhauses Birmingham einen Operateur suspendiert, während eine interne Untersuchung abgeschlossen wurde", hieß es in einer Stellungnahme des Krankenhausbetreibers.

Die Vorwürfe sind Teil eines größeren Berichtes über Fehler im öffentlichen Gesundheitswesen in Großbritannien. Bei der Untersuchung wurden 148 Fälle offenbar, die nicht passieren dürfen - von der Behandlung von Patienten am falschen Körperteil, über das Einsetzen falscher Organe bis zu vergessenen OP-Instrumenten im Körper.

sas/DPA / DPA