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Pandemie Frankreich fordert wegen Corona Verzicht auf Black Friday

In der Nähe der französischen Gemeinde Montbert haben dutzende Menschen am Dienstag gegen Amazon demonstriert. Der US-amerikanische Konzern plant, in der Nähe ein riesiges Logistikzentrum zu bauen. Medienberichten zufolge sollen dabei 800 Arbeitsplätze entstehen. Anwohner befürchten jedoch, dass dafür viele kleine Geschäfte in der Region schließen müssen. O-TON PASCAL FREMONT, DEMONSTRANT: "Wir kämpfen gegen Amazon und seine Welt, diesen digitalen Kapitalismus. Der französische Präsident spricht davon, dass wir ein souveränes Land sind. Aber tatsächlich laden wir amerikanische Firmen ein, hier Handel zu treiben. Dabei haben selbst ein Netzwerk, dass imstande ist, Dinge zu verkaufen. O-TON GWEN, DEMONSTRANTIN: "Kleine Läden sind geschlossen. Die Leute reden davon, kleine Buchläden zu schützen. Und dann plant Amazon diese riesige Warenhaus." Der US-amerikanische Konzern von Jeff Bezos sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Gewerkschaften kritisieren die harten Arbeitsbedingungen, Druck und Überwachung. Die EU-Kommission wirft Amazon vor, durch Gewinnverlagerung und komplizierte Rechtskonstrukte Steuern zu vermeiden.
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Nicht nur Schnäppchenjäger fiebern auf den Black Friday hin – auch die großen Online-Plattformen freuen sich auf hohe Umsätze. In Frankreich will die Regierung Amazon und Co. jetzt ein Strich durch die Rechnung machen.

Die französische Regierung hat Amazon und andere Online-Plattformen wegen der Corona-Pandemie zum Verzicht auf Schnäppchenaktionen zum sogenannten Black Friday aufgerufen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire appellierte am Mittwoch an die Händler, die für den 27. November geplanten Rabattangebote zu "verschieben", solange die meisten Geschäfte in Frankreich wegen der Pandemie geschlossen bleiben müssten.

"Ist der Freitag der kommenden Woche wirklich ein gutes Datum, um den Black Friday abzuhalten?", fragte Le Maire bei einer Fragestunde im Pariser Senat. "Meine Antwort ist nein."

Black Friday: Viele Händler machen Druck

Viele Einzelhändler hatten zuvor Druck gemacht, eine Öffnung der Läden ab dem 27. November zu erlauben. Die Regierung will dagegen abwarten, weil die Intensivstationen in Frankreich derzeit zu 94 Prozent mit Corona-Patienten ausgelastet sind. Unter dem zweiten Lockdown sind alle Geschäfte des "nicht notwendigen Bedarfs" in Frankreich seit dem 30. Oktober geschlossen.

Die Regierung prüft bis kommende Woche eine mögliche Lockerung einzelner Auflagen ab dem 1. Dezember, wie ein Regierungssprecher sagte. Frankreich sei aber noch "weit von einer vollständigen Lockerung entfernt".

les AFP

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