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Bodensee-Vergiftung: Die Ermittler fischen im Trüben

Die Polizei steht vor einem Rätsel: Die Suche nach dem Giftmischer vom Bodensee gestaltet sich schwierig. Ihre Hoffnungen setzen die Ermittler nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Nach dem Giftanschlag auf das Bodensee-Trinkwasser hat die Polizei weiter keine heiße Spur. Aus der Bevölkerung seien bei der Sonderkommission bislang 20 Hinweise eingegangen, Dienststellen in der Region hätten weitere Anrufe erhalten, teilte die Polizei Friedrichshafen mit. Der Verdacht gegen einen Landwirt aus dem Raum Ravensburg habe sich bislang nicht erhärtet.

Die Ermittler hatten am vergangenen Montag die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Suche nach dem Täter gebeten, der zwei Fünf-Liter-Kanister mit giftigen Unkrautvernichtungsmitteln im Bodensee versenkt hatte. Die Behälter waren am 9. November in der Nähe der Trinkwasserentnahmestelle im westlichen Bodensee bei Sipplingen in 75 Meter Tiefe geborgen worden. Die Pestizide stellten jedoch keine Gesundheitsgefährdung dar, wie der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung (BWV) und die Behörden versicherten.

"Anfangsverdacht ist noch nicht ausgeräumt"

Unterdessen dauert die Analyse der Gegenstände an, die bei der Durchsuchung des Bauernhofs des verdächtigten Bauern beschlagnahmt worden waren. "Der Anfangsverdacht ist noch nicht ausgeräumt, aber auch nicht bestätigt", sagte ein Polizeisprecher. Die BWV hatten am 18. Oktober ein Bekennerschreiben erhalten. Der Inhalt hat nach Polizeiangaben den Eindruck erweckt, der Autor könnte aus Rache gegen ungerechte Behandlung durch die Justiz gehandelt haben.

Auf dem Seegrund bei der Wasserentnahmestelle wird vorsorglich nach weiteren Giftkanistern gesucht. Eine Unterwasserkamera nimmt das Revier systematisch in Augenschein. Bisher wurde jedoch nichts gefunden.

DPA / DPA