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Brandenburg: Suche nach KZ-Massengrab beginnt

Am Mittwoch startet in Brandenburg die Suche nach dem Massengrab von 753 von der SS erschossenen Juden. Die Leichen sollen auf einem 5000 Quadratmeter großen Grundstück in Jamlitz verscharrt worden sein. Der Grundstücksbesitzer hatte Grabungen jahrelang verhindert.

Am Mittwoch startet die Suche nach dem bundesweit größten Massengrab jüdischer Opfer aus einem ehemaligen KZ-Außenlager. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück im brandenburgischen Jamlitz werden die Überreste von 753 meist ungarischen und polnischen Juden vermutet, die am 2. Februar 1945 von der SS erschossen worden sind. Der Eigentümer des Areals hatte die Grabungen, die drei Wochen dauern sollen, jahrelang verhindert.

Die Suchaktion beginnt damit am 64. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen nördlich von Berlin. "Die Ungewissheit über das jüdische Massengrab in Jamlitz lässt uns keine Ruhe", sagte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU). Das Land und die Kommune fühlten sich verpflichtet, den Angehörigen der Opfer die erhoffte Klarheit zu geben. "Damit kann dann die Grabstelle zu einem schlichten Ort würdevoller Totenruhe und mahnenden, stillen Gedenkens gestaltet werden", erklärte der Minister.

Peter Fischer vom Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßte die Maßnahme: "Es hat eine lange Zeit gedauert, aber ich bin froh, dass es endlich losgehen kann." Die Grabungen seien eine Möglichkeit, den Schmerz über den Verlust so vieler jüdischer Menschen zu verarbeiten. "Das ist für uns ein Zeichen für ein anderes deutsches Volk als das, was sich an dem Verbrechen beteiligt hat."

Der Mordaktion der SS in Jamlitz seien an zwei Tagen im Februar 1945 insgesamt 1342 Häftlinge zum Opfer gefallen, berichtete der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch. Die sterblichen Überreste von knapp der Hälfte der Opfer wurden in den Jahren 1958 und 1971 in einer Kiesgrube bei Staakow gefunden.

DPA / DPA
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