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China: Kommunistische Partei stört sich an Hundeliebhabern

China scheint auf den Hund gekommen – und der Regierung ist es ein Dorn im Auge. Die Haltung von Haushunden sei Indiz für einen zu großen westlichen Einfluss, glaubt das Parteiorgan "Renmin Ribao".

Die Zahl der Hunde in Chinas Städten hat stark zugenommen - teilweise in komisch anmutenden Erscheinungen

Die Zahl der Hunde in Chinas Städten hat stark zugenommen - teilweise in komisch anmutenden Erscheinungen

Sie bevölkern Parks und Straßen, sprechen lauthals über Aufzuchtpläne und seien zudem äußerst rücksichtslos gegenüber tierlosen Mitmenschen: In China ist eine Diskussion darüber entbrannt, wie es in den letzten Jahren zu einer derartigen Zunahme von Hundehaltern in Stadtgebieten kommen konnte. Losgetreten wurde die Debatte durch einen Kommentar in der "Renmin Ribao" („Tageszeitung des Volkes“), dem Parteiorgan der Kommunistischen Partei Chinas.

Dienten Hunde in der Volksrepublik einst hauptsächlich in ländlichen Gegenden zum Schutz von Haus und Hof, gehe der Trend inzwischen hin zum putzigen Haustier in städtischer Umgebung, heißt es. "Die Anzahl der Haushunde ist in den letzten zehn bis zwanzig Jahren in einer alarmierenden Art und Weise angestiegen. Egal in welcher Stadt oder Region man sich befindet, es ist schwer geworden, einen Platz ohne Hunde zu finden", stellt der Kommentar fest. Für die Zeitung ein Indiz, dass der Westen einen zu großen Einfluss auf Chinas Bevölkerung hat.

Rücksichtslose Hundehalter in der Kritik

Leser des Parteiorgans stimmten der Sichtweise in online veröffentlichten Leserbriefen zu - mehr noch: Sie verurteilten vor allem die Rücksichtslosigkeit der Hundehalter. Neben "unablässigem Gebell" stört Feng Qiyun besonders der Umgang mit den Hinterlassenschaften der Tiere. "Unser Innenhof ist voller Exkremente", schreibt die in Peking lebende Frau, um auszuführen: "Viele leinen ihre Hunde noch nicht einmal an, sondern lassen sie frei herumlaufen. Uns aber warnen sie, unsere Kinder zu zügeln, weil es sonst nicht ihre Schuld sei, sollte der Hund zubeißen."

Auch die Partei-Zeitung fordert von den Hundehaltern mehr Rücksichtnahme. Viele seien nur auf ihre Rechte fokussiert und kümmerten sich nur um ihre Hunde, während sie in Sachen öffentliche Sicherheit und Pflege öffentlicher Orte völlig unsensibel seien, so der Kommentar. Hier sei ein Eingreifen der Regierung notwendig. In sozialen Netzwerken stieß der Meinungsartikel neben großer Zustimmung ebenso auf kritische Töne. Viele User machten darauf aufmerksam, dass die Bedingungen für Hundefreunde in China nicht die besten seien. Aufgrund der vielen Verbote bliebe vielen Haltern nichts anderes übrig, als sich in Areale rund um Einkaufszentren und Bürogebäude zu begeben, um ihren Tieren überhaupt so etwas wie Auslauf bieten zu können, so die Kommentare.

mod
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