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Hobby Löwenjagd Das grausame Geschäft mit den Raubkatzen

Sie sind süß, flauschig und erkunden mit großen Augen die Welt. Doch das Schicksal dieser Löwenbabys ist bereits besiegelt. Durch eine Industrie in Afrika, die die Tiere ausbeutet. Eine Zuchtindustrie, die den Löwennachwuchs schon wenige Tage nach der Geburt seinen Müttern entreißt - und als Touristenattraktion missbraucht.
Zunächst als Streicheltiere auf Löwenfarmen in Südafrika oder in den Shoppingmeilen Ost-Europas. Aber auch in Skiressorts und Diskotheken. Ein Löwenbaby als lässiges Accessoire auf dem Arm, das für skurrile Erinnerungsschnappschüsse herhalten muss und den Besitzern hohe Einnahmen beschert.
O-TON Wildtierexperte Thomas Pietsch von „Vier Pfoten“: „Das ist fatal für die Löwen, denn sie werden total fehlgeprägt auf den Menschen. Sie werden auch mangelernährt und das kann auch zu schweren Krankheiten führen, z.B. zu Problemen im Knochenwachstum.“
In Südafrika dienen die Löwen später als Abschussmaterial für das sogenannte "Canned Hunting". Eine Form der Jagd, bei der die Tiere den Jägern quasi auf dem Silbertablett serviert werden. Denn die Tiere sind in umzäunte Gebiete gesperrt, können dem Todesschuss nicht entkommen. Jährlich sterben rund 1000 Löwen auf diese Weise durch die Hand teils unerfahrener Jäger.
Für diese hundertprozentige Abschussgarantie zahlen Hobbyjäger viel Geld: Etwa 4.500 Euro für Weibchen. Bis zu 45.000 Euro für Löwenmännchen. Der Preis hängt von der Mähne, der Größe und dem Alter des Tieres ab. Besonders beliebt sind Löwen mit einer schönen, dunklen Mähne. So wie dieser.
Australien hat nun als erstes Land das Einführen der Jagdtrophäen von Löwen verboten. In Deutschland ist der Import mit einer Genehmigung möglich, die einfach zu bekommen ist. Viele Airlines, wie Lufthansa, verweigern aber den Transport.
O-TON Thomas Pietsch: "Für Jäger ist sowohl das Abschusserlebnis als auch die Trophäe wichtig. Gerade wenn ich z.B. 20 000 Dollar für ein Löwenmännchen zahle, dann will ich in aller Regel etwas mit nach Hause nehmen. Dann will ich den präparierten Kopf mit der Mähne oder vielleicht wenigstens die Löwenklauen und die Zähne mitnehmen – als Andenken, als Beweis für meine Tat. Wenn das erschwert wird, dann ist das sicher schon ein guter Schritt, um der Industrie das Wasser abzugraben."
Doch auch die traditionelle Chinesische Medizin hat die Knochen von Zuchtlöwen für sich entdeckt: Der Export nach Asien boomt, der Import von Löwenknochen ist dort nicht verboten.
O-TON Thomas Pietsch: "Dieser Handel für die asiatische Medizin ist zum Beispiel der Grund, warum Tiger heute kurz vorm Aussterben stehen."
Strengere Regulierungen im internationalen Handel und afrikanische Gesetze gegen die Löwenjagd müssen her. Damit es den 6000 Großkatzen auf Südafrikas Zuchtfarmen und den verbleibenden 20.000 Löwen in der Wildnis nicht genauso ergeht.
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Jedes Jahr sterben Tausende Großkatzen durch das sogenannte "Canned Hunting". Der Missbrauch beginnt bereits wenige Tage nach ihrer Geburt. Jetzt ließ sich ein US-amerikanischer Zahnarzt einen ausgewachsenen Löwen auf dem Silbertablett zu Abschuss präsentieren.

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