Aushilfen kommen und gehen: Doch zehn Aushilfen in nur einem Jahr, das war einem kleinen DB Service Store in Berlin-Pankow dann doch zu viel. Damit das Team endlich auf längere Zeit auf eine Aushilfe setzen kann, haben die Mitarbeiterinnen selbst eine Stellenanzeige geschrieben und im Laden aufgehangen. Und die hat es ganz schön in sich:
Du
- bist nicht komplett verpeilt
- bist in der Lage dich in einem Supermarkt selbst mit Lebensmitteln zu versorgen
- scheiterst nicht am EC-Terminal
- kannst die Uhr lesen
- musst nicht alle drei Minuten eine WhatsApp-Nachricht schreiben bzw. Facebook checken
- beherrschst die Grundrechenarten
- kannst selbstständig mit einem Taschenrechner umgehen
- kannst dich in englischer und deutscher Sprache höflich verständigen
- hattest schon einmal einen Schwamm, Schrubber und Allzweckreiniger in der Hand und kennst ihre Bedeutung
- musst nach dem einmaligen Tragen eines Bierkastens nicht gleich ins Krankenhaus, da du dir eine schwere Muskelzerrung zugezogen hast
- den Gebrauch eines Deos und der Waschmaschine kennst
- brauchst nicht in den nächsten fünf Wochen ein Urlaubssemester, um zu dir selbst zu finden - oder deiner Mutti
- Kannst dir vorstellen zwei Tage die Woche – vorzugsweise am Wochenende – für acht Stunden am Tag zu arbeiten, ohne gleich ein Burn-Out-Syndrom zu bekommen
Die schlechten Ausreden der Aushilfen
Knallharte Anforderungen, die es laut der drei Mitarbeiterinnen des Ladens auch braucht. "Manche Aushilfen kommen nach ein paar Tagen einfach nicht mehr. Oder sie kommen ständig zu spät oder wissen nicht, wie man einen Computer bedient," so eine der Angestellten zur "Welt". Eine andere fügt hinzu: "Und wenn es drei Tröpfchen regnet, können sie den Regenschirm nicht halten und müssen zu Hause bleiben".
Dem Chef des kleinen Ladens war die Stellenanzeige, die bisher mehr Schaulustige und Reporter angezogen hat als Bewerber, jedoch nicht ganz geheuer. Er lies den lustigen Zettel abnehmen.