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Per Stellenanzeige Londoner Luxus-Restaurant sucht professionellen "Trauben-Fütterer" – die Anforderungen sind hoch

Eine Frau in grün hält einen Strang Weintrauben
Ein Londoner Nobel-Restaurant, das noch in diesem Jahr eröffnen soll, sucht per Stellenanzeige nach einem Traubenfütterer
© Eloisa Ramos / Imago Images
Es ist eine ungewöhnliche Stellenanzeige: Ein Luxus-Restaurant in London sucht einen professionellen "Trauben-Fütterer", den ersten in der britischen Metropole. Doch wer sich für den Job interessiert braucht schöne Hände – und Sprachkenntnisse.

Wer in der großen Londoner Restaurant-Szene auffallen will, muss durchaus auch Besonderes leisten. Das geplante Nobel-Restaurant "Bacchanalia", das im exklusiven Londoner Stadtteil Mayfair Ende des Jahres eröffnen soll, sorgt nun mit einer ungewöhnlichen Stellenausschreibung für Aufsehen. Anfang Oktober schaltete Caprice Holdings Restaurants, das Unternehmen hinter dem "Bacchanalia", eine große Anzeige in der "Sunday Times", in der nach einem professionellen "Trauben-Fütterer" gesucht wird – der nach Angaben des Unternehmens erste in London. Wie genau die Aufgabe aussieht, wird nicht beschrieben, lässt sich aber relativ einfach erahnen: Wie im alten Rom werden die Besucher vom Trauben-Fütterer mit frischen Weintrauben direkt in den Mund gefüttert.

Die Anforderungen an die Bewerber sind durchaus nicht zu unterschätzen. Denn nicht nur ein Grundwissen an Griechisch und Latein wird vorausgesetzt, Bewerber sollen auch "wunderschöne Hände" haben. Als Benefits winken den zukünftigen Trauben-Fütterern nicht nur Essen und Trinken in dem Luxusrestaurant, sondern auch Maniküren. 

Londoner Nobel-Restaurant erinnert an altes Rom

Beheimatet ist das "Bacchanalia" in einem ehemaligen Porsche-Ausstellungshaus, das derzeit noch umgebaut wird. Laut des "Evening Standard" soll es im Stile des antiken Griechenlands dekoriert werden mit Statuen, Fresken und 2000 Jahre alten Antiquitäten. "Das ist nicht nur ein Restaurant, es ist ein atemberaubendes Fest für die Sinne, ein Platz, in dem man in eine andere Welt gesogen wird", verspricht das Restaurant auf seiner Homepage. Serviert werden in dem Lokal griechisch-italienische Spezialitäten. Zwar wurde noch kein Menü und dementsprechend keine Preise veröffentlicht, laut der Tageszeitung wird erwartet, dass sich die Preise für ein Mittagessen jedoch im Rahmen von 300 Pfund (rund 340 Euro) bewegen. 

Dass sich das Restaurant nicht nur dem einfachen Essen verschrieben hat, wird auch bereits am Namen deutlich, der eine Referenz an die Bacchus-Feste im alten Rom ist. Die Feiern, angelehnt an den römischen Gott des Weines Bacchus, endeten häufig in zügellosen Orgien mit Alkohol und Sex. Weil diese Feste mit der Zeit immer ausschweifender wurden, machte der römische Senat sie im Jahr 186 vor Christus genehmigungspflichtig. 

Besitzer des Londoner Restaurants ist der britische Milliardär Richard Caring, der in der Stadt noch weitere Nobel-Lokale betreibt, darunter das "Sexy Fish" in Mayfair sowie"The Ivy Asia" mit drei Standorten in Nobelstadtteilen. Dass Caring selbst auch etwas extravagant ist, demonstrierte er erst Ende August. Weil er neue Bäume in seinem Garten im Londoner Stadtteil South Kensington pflanzen lassen wollte, ließ der 74-Jährige von der Stadt einen Teil seiner Straße sperren – für zwei Wochen. Um sein Vorhaben umzusetzen, brauchte Caring einen Kran, der die Bäume über mehrere Häuserreihen auf sein 40-Millionen-Pfund-Grundstück hievte. Nicht nur die Anwohner waren verärgert über die Aktion und den Stadtrat, "der sich den Launen eines Milliardärs hingibt, der einen schönen Garten haben will", wie es ein Bewohner im "Guardian" ausdrückte. Für die Aktion mussten nicht nur vier Buslinien umgeleitet werden, der Onslow Square gilt auch als wichtige Durchgangsstraße für Rettungsdienste, die ebenfalls einen Umweg fahren mussten.

Quellen: Evening Standard, Guardian, Bacchanalia

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