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Über 80 Millionen Beute in London: Der perfekte Banküberfall

Ein Raub wie in Hollywood: In London bohrt sich eine Diebesbande durch eine Beton-Tresorwand und macht fette Beute. Die Polizei tappt im Dunkeln und hat nun Bilder vom Tatort veröffentlicht.

Es war ein spektakulärer Raub und vielleicht der größte in der Geschichte Großbritanniens. Über Ostern raubten Diebe ein Juwelendepot im Londoner Viertel Hatton Garden aus und erbeuteten Gold und Schmuck im Wert von mindestens 60 Millionen Pfund (83 Millionen Euro). In dem Depot lagern vor allem Juweliere und Schmuckhändler des Viertels ihre Rücklagen.

Der Clou: Die Diebe bohrten ein Loch in eine 50 zentimeterdicke Betonwand, um in den Tresorraum zu gelangen. Der aufwendige Raub dauerte über das gesamte Osterwochenende - und erinnert stark an einen spektakulären Raub vor zwei Jahren in Berlin. Dort hatten die Täter von einer Garage einen 45-Meter-Tunnel zum Tresorraum einer Volksbank gegraben und sich ebenfalls durch eine Betonwand gebohrt. Ein ermittelnder Beamter in London: "Es gab da einen hohes Niveau an Planung. Der eingesetzte Bohrer und die Tatsache, dass sie ohne Störung in das Gebäude gelangten, wahrscheinlich sogar mit Unterstützung eines Helfers. Beide (die Überfälle in Berlin und London, Anm. d. Red.) haben ein sehr anspruchsvolles Niveau."

Die Diebe schlichen getarnt als Bauarbeiter durch einen Seiteneingang ins Gebäude, stiegen einen Fahrstuhlschacht hinunter und begannen dort mit der Bohrung. Am Ende hinterließen sie ein Chaos, die Polizei fand eine Flex und Brechstangen mitten in den haufenweise aufgebrochenen Wertfächern - und steht gewaltig unter Druck. Sie war am Karfreitag einem Einbruchalarm nicht nachgegangen. Der hatte den Vermerk "Kein Eingreifen notwendig". Warum der Alarm so eingestuft worden war, ist unklar. Auch sonst tappt die Polizei im Dunkeln.

Das ist der Grund, warum die Ermittler jetzt die Bilder und ein Video vom Tatort veröffentlichten. Darauf zu sehen sind mehrere Männer in Blaumännern, Handschuhen und Bauhelmen wie sie Müllsäcke und Mülleimer hin- und hertragen. Vermutlich waren in den Eimern erst die Ausrüstung, um sich durch die Betonwand zu bohren, und später die reichhaltige Beute.

tis/yps