Elektronische Identität Das ist der neue Personalausweis


Er kann mehr, ist aber auch deutlich teurer: der neue Personalausweis kommt im November. Er soll vor allem das Bezahlen im Netz vereinfachen. Datenschützer warnen vor Risiken. Wir erklären Ihnen, was der moderne "Perso" kann.
Von Teresa Goebbels

Das "kleine, neue Schätzchen", wie Innenminister Thomas de Maizière den elektronischen Personalausweis nennt, kann ab dem 1. November beantragt werden. Regierung und Industrie halten große Stücke auf die Karte - und ihre neuen Funktionen.

Welche Informationen sind auf dem Ausweis gespeichert?

Die aufgedruckten Daten und das Foto bleiben die gleichen wie bisher. Zudem können, wenn gewünscht, zwei Fingerabdrücke gespeichert werden. All diese Informationen sind zusätzlich auf einem Chip abgelegt, der in die Karte integriert wird. Es gibt also mehr Information auf weniger Platz: Der neue Ausweis gleicht in Maß und Material etwa einer Scheckkarte.

Welche Funktionen hat der elektronische Ausweis?

Im Internet kann der Ausweis mit einer Geheimzahl zur Identifikation genutzt werden. Allerdings identifiziert sich nicht nur der Ausweisinhaber damit; denn jedes Unternehmen, das die Daten abfragt, muss staatlich geprüft sein. Die Karte soll auch als digitale Unterschrift dienen.

Dem Innenministerium schwebt vor, dass der Ausweis als Zugangsberechtigung zu Firmengeländen genutzt wird oder im Internet und am Zigarettenautomat das Alter nachweist. Bislang testen 30 Unternehmen die Anwendung der Karte. Weitere 160 haben sich für eine zweite Testphase beworben. Sie setzen große Hoffnungen auf die neue Technologie. Thomas Walloschke, bei Fujitsu Technology Solutions für das Projekt verantwortlich, vergleicht die Bedeutung des neuen Ausweises gar mit der Einführung des Stroms.

Sind die Daten sicher?

Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass Bürgeramt und Bundesdruckerei die Fingerabdrücke nur so lange speichern, bis der Ausweis abgeholt wird. Die biometrischen Daten, Foto und Fingerabdrücke, dürfen Unternehmen nicht einlesen; sie kommen nur bei der Polizei, dem Zoll oder den Meldebehörden zum Einsatz. Bei den übrigen Daten muss der Nutzer im Internet aktiv auswählen, welche übertragen werden. Die Identifikationsfunktion kann auch ausgeschaltet werden.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar schätzt den Datenschutz nicht als problematisch ein. Allerdings bestehe das Problem aller elektronischen Identitätsnachweise: Wer in den Besitz der Karte und der Geheimnummer gelangt, kann Missbrauch treiben. Ein weiteres Problem sieht er bei den Fingerabdrücken. Lesen andere Staaten die etwa am Grenzübergang aus, könnten sie sie auch speichern.

Was kostet der Ausweis?

Die Karte kostet 28,80 Euro für alle über 24 Jahre. Eine kräftige Gebührenerhöhung, kostet der herkömmliche Personalausweis derzeit doch gerade 8 Euro. Wer zusätzlich die Identifikationsfunktion im Internet nutzen möchte, braucht außerdem ein Lesegerät. Das gibt es derzeit für rund 35 Euro.


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