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Niedersachsen: Stadt kauft 130.000 Euro-Feuerwehrauto, das nicht in die Garage passt

Der Verdruss des Feuerwehrchefs eines kleinen Dorfes in Niedersachsen misst 50 Zentimeter. Dieser halbe Meter ist schuld daran, dass das neue Feuerwehrauto nicht ins Gerätehaus passt.

Feuerwehrauto

Dieses Feuerwehrauto ist zwar nicht das neue Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr Oldendorf, aber auch dieser Wagen wäre für das aktuelle Gerätehaus wohl zu groß.

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Das Feuerwehrauto der Feuerwehr Oldendorf ist groß. Mehr noch: Das Feuerwehrauto der Feuerwehr Oldendorf ist sogar sehr, sehr groß. Noch mehr: Es ist viel größer als das alte. Stefan Dierker könnte das alles sehr freuen, doch er, der Ortsbrandmeister, sagt nur: "Das alles ist sehr traurig." Denn das Feuerwehrauto des kleinen Dorfes Oldendorf in Niedersachsen ist eben nicht nur neu und modern und groß. Es ist zu groß. Es ist so groß, dass es nicht ins Gerätehaus passt.

Die Traurigkeit von Stefan Dierker, dem Ortsbrandmeister, lässt sich also abmessen. Sie beträgt einen halben Meter. 2,95 Meter beträgt die Durchfahrtshöhe des Gerätehauses, sagt er. Und 3,45 Meter groß ist des neue Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) seiner Wehr. Zum Glück fehlen 50 Zentimeter, könnte man sagen, aber von Glück kann in Oldendorf, das zur Stadt Melle gehört, keine Rede sein. Stefan Dierker ärgert sich und sagt: "Würden die doch nur miteinander reden."

Bau ist seit zwei Jahren genehmigt

Die, das sind die in der Stadtverwaltung von Melle. Denn dort habe man bereits 2012 gewusst, dass man ein neues Fahrzeug anschaffen und das aktuelle Feuerwehrhaus dafür zu klein sein werde. Und schon seit Jahren, sagt er, lägen auch die Pläne für einen entsprechenden Zubau, direkt neben dem bestehenden Gebäude, vor. 2016 sei der Bauantrag gestellt und genehmigt worden, die Gelder lägen bereit und am Ende wurde das neue Auto, nach jahrelangem Hin- und Herverschieben, endlich bestellt. Kostenpunkt: rund 130.000 Euro. Das klappte wunderbar, seit Ende Januar ist das neue Auto, das TSF, da. Nur die Halle existiert noch immer nicht. 

Warum, das erklärt die Stadt Melle auf Nachfrage des stern mit "diversen Details der Bauplanung", die nach der Genehmigung im November 2016 hätten aktualisiert werden müssen. "Zudem war aufgrund von Kapazitäts-Engpässen eine Veränderung des ursprünglichen vorgesehenen Planungsteams erforderlich." Und: "Die aktuelle Anschaffung des Staffellöschfahrzeuges [...] erfolgte mit dem Hinweis und im Bewusstsein, dass die Lieferung vor Fertigstellung der neuen Halle erfolgen könnte. Im Einvernehmen mit der Ortsfeuerwehr Oldendorf wurde die Beschaffung [...] dennoch vorangetrieben." Im Mai dieses Jahres werde nun - endlich - mit dem Bau begonnen, heißt es, 820.000 Euro soll er kosten, im nächsten Sommer würden die Arbeiten wohl abgeschlossen sein. "Spätestens", schreibt die Stadt in ihrer Stellungnahme.

Feuerwehr nutzt altes Fahrzeug: Es ist 31 Jahre alt

Für Ortsbrandmeister Dierker kommt das alles reichlich spät: "Fragt man nach, warum das alles so lange gedauert hat, antwortet die Stadt mit: Arbeitszeitverdichtung, Leute hätten gekündigt. Das verstehe ich, aber das ist nicht mein Problem. Dann muss man die Aufgaben eben auslagern", sagt er. Immerhin müsse die Stadt doch den Brandschutz sicherstellen, so sei das vorgesehen - doch stattdessen: Steht das neue 130.000 Euro teure TSF nun in einer angemieteten Scheune, eine ganze Strecke vom eigentlichen Gerätehaus entfernt. In diese Scheue passe das Fahrzeug rein, das schon, doch dafür habe man die Leiter abmontieren müssen. Einsatzfähig ist das Fahrzeug also nicht. Und die Feuerwehr Oldendorf fährt weiter mit ihrem alten Löschgruppenfahrzeug zu den Einsätzen. Dieser Wagen passt ins Gerätehaus, denn es ist nur 2,85 Meter hoch - allerdings auch 31 Jahre alt.

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pg
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