Flut Hochwassergefahr noch in Teilen Deutschlands

In einigen Hochwassergebieten im Osten und der Mitte Deutschlands blieb die Lage am Sonntagmorgen angespannt. Am Rhein bei Köln wurde dagegen Entwarnung gegeben.

Im thüringischen Leubingen waren rund 1000 Helfer von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk, Polizei und Feuerwehr im Einsatz, um die Dämme gegen das Wasser der Unstrut zu verstärken. Der zuständige Landrat äußerte sich am Morgen optimistisch, dass die Deiche gehalten werden könnten. In Halle in Sachsen-Anhalt wurde die höchste Hochwasseralarmstufe ausgerufen, nachdem das Wasser über vier Meter über den Normalpegelstand der Saale angestiegen war. Im baden-württembergischen Wertheim am Main entspannte sich die Lage auf Grund des nachlassenden Niederschlags und der zunehmenden Kälte etwas. Allerdings blieb die Altstadt überflutet und es wurde für Montag ein erneutes Ansteigen des Wasserstandes auf den höchsten Stand seit 1920 erwartet.

Der Frost hilft

Mit einem wahren Kraftakt aller und dem Einsatz von Hubschraubern sei es gelungen, die Lage nach einem Wassereinbruch zu stabilisieren, sagte der zuständige Landrat in Leubingen. Es zeichne sich eine leichte Entspannung ab. Oberhalb Leubingens fiel der Wasserstand der Unstrut bereits leicht. Auch er setzte auf weiter sinkende Temperaturen. „Der Frost wird uns helfen“, sagte der Landrat. Rund zwei Drittel der 1000 Einwohner des Ortes haben aus Sicherheitsgründen ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen.

In Halle waren nach Behördenangaben 200 Helfer im Einsatz, um Sandsackbarrieren zu errichten. Im Innenstadtbereich seien bereit rund 20 Keller voll gelaufen. Allerdings gebe es in der Stadt keine größeren Probleme, sagte ein Sprecher. Derzeit gebe es keine Gefahr für ein Durchweichen der Dämme. Für Sonntag werde noch mit einem leichten Anstieg gerechnet. Für die kommenden Tage sage die Prognose zunächst stagnierende und dann leicht fallende Pegelstände voraus.

In der überflutete Altstadt Wertheims am Main ging das Wasser nach Angaben der Feuerwehr leicht zurück, so dass Behelfsstege wieder begehbar waren. Die Prognose sehe zwar für Montag ein Ansteigen des Pegelstandes auf bis zu 6,50 Meter vor. Jedoch sei nicht damit zu rechnen, dass die Strom- oder Gaszufuhr zu den betroffenen Häusern wegen des Hochwassers gekappt werden müsse. Sollte die Prognose zutreffen, könnte dies den höchsten Pegelstand in der Stadt seit 1920 bedeuten.

Köln mit einem blauen Auge davongekommen

In Köln entspannte sich unterdessen die Lage weiter. Nach Angaben der Hochwasserschutzzentrale lag der Pegelstand am Morgen bei leicht fallender Tendenz bei 9,65 Meter. Da mit einer rückläufigen Tendenz zu rechnen sei, werde Köln „wohl mit einem blauen Auge davon kommen“, hieß es weiter. Für den Abend wurde ein Wasserstand von 9,50 erwartet. Am Wochenende waren einige Keller in südlichen Stadtteilen voll gelaufen. Die zehn Meter hohen Hochwasserbarrieren der mittelalterlichen Altstadt waren jedoch nicht in Gefahr, überschwemmt zu werden. An der Mosel, einem der größten Zuflüsse des Rheins, hatte sich bereits am Samstag die Lage entspannt.

In Bayern war am Samstag eine Frau in den Fluten ums Leben gekommen. In Kallmünz im bayerischen Landkreis Regensburg bargen Einsatzkräfte die Leiche einer 75 Jahre alten Zeitungsausträgerin. Die Frau sei mit hoher Wahrscheinlichkeit gestürzt und in den Fluten der Naab ertrunken, sagte ein Sprecher der Polizei. Der bei Regensburg gelegene Ort im Naabtal war zum Teil überflutet.


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