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Mysteriöser Himmelskörper Forscher lüften Rätsel um "Oumuamua"

Künstlerische Darstellung des Asteroiden "Oumuamua"
"Oumuamua" wurde 2017 bei der Reise durch unser Sonnensystem entdeckt
© M. Kornmesser / European Southern Observatory / DPA
Seit mehreren Jahren suchten Forscher nach der Herkunft eines Himmelskörpers, der 2017 erstmals in unserem Sonnensystem auftauchte. Nun scheinen zwei Astronomen eine Erklärung gefunden zu haben.

Komet, Asteroid oder Alien-Raumschiff? Seit "Oumuamua" 2017 erstmals in unserem Sonnensystem entdeckt wurde, rankten sich zahlreiche Mythen um den unbekannten Himmelskörper. Der 400 Meter lange Brocken verblüffte Wissenschaftler vor allem mit seiner besonderen Speer-Form. Aber auch seine exzentrische Flugbahn, die der eines Kometen glich, gab den Forschern lange Zeit Rätsel auf.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Entdeckt wurde das merkwürdige Objekt vom Teleskop-System Pan-STARRS auf Hawaii. Damals war noch unklar, was es mit dem unbekannten Himmelskörper auf sich hatte. Jetzt scheinen zwei Forscher das Geheimnis um "Oumuamua", wie der kosmische Besucher kurzerhand genannt wurde, gelüftet zu haben. Alan Jackson und Steven Desch von der Arizona State University gehen davon aus, dass es sich bei dem interstellaren Himmelskörper um einen sogenannten Exo-Planeten handelt – einen Planeten, der nicht dem Sonnensystem, sondern einem anderen Planetensystem zugeordnet wird. Ihre Ergebnisse haben sie jetzt in einem wissenschaftlichen Artikel zusammengefasst.

Meilenstein der Astronomie

"Wir können ihn ziemlich genau als Stück eines Exo-Pluto identifizieren, also eines Pluto-ähnlichen Planeten in einem anderen Sonnensystem", sagte Steven Desch bei der Vorstellung der Studie auf der 52. Lunar and Planetary Science Conference. In ihrem Paper gehen die Astronomen davon aus, dass "Oumuamua" aus gefrorenem Stickstoff besteht und somit ähnliche Charateristika wie Pluto-ähnliche Planeten aufweist. Dies würde auch die ungewöhnliche Form des Himmelskörpers erklären. "Als die äußeren Schichten des Stickstoffeises abdampften, wurde das Objekt immer flacher, genauso wie ein Stück Seife, das durch ständige Benutzung kleiner und flacher wird", sagte Jackson. Auch andere außergewöhnliche Eigenschaften von "Oumuamua" lassen sich jetzt mit der Stickstoff-Hypothese von Jackson und Desch plausibel erklären. 

Sollten die Forschungsergebnisse der Astronomen stimmen, wäre das für die Weltraumforschung eine bahnbrechende Erkenntnis. Damit hätte man erstmals Hinweise darauf, dass auch in anderen Sonnensystemen Pluto-ähnliche Planeten existieren.

ali

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