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Germanwings-Katastrophe Werden einige Opfer nie geborgen?


Eigentlich sollten die Opfer des Germanwings-Absturzes aufgebahrt werden. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. Stattdessen werden die Angehörigen gebeten, eine DNA-Probe zu hinterlassen.
Von Andrea Ritter, Seyne-les-Alpes

Zwei grüne Zelte warten auf ihre Gäste. Die werden mit Bussen auf das Plateau gefahren, ganz in der Nähe der Absturzstelle. Wer möchte, besteigt anschließend die zahllosen Hubschrauber und wird über das riesige Trümmerfeld geflogen. Abschied nehmen von den Angehörigen, die dort in Seyne-les-Alpes, beim Absturz der Germanwings-Maschine in den Französischen Alpen ums Leben gekommen sind. Ursprünglich sollten die Leichen aufgebahrt werden, doch so, wie es aussieht, wird es dazu nicht kommen. Einzelheiten verrät vor Ort niemand. Aber ein Zitat von Alexander Dobrindt sagt wohl alles: "Das größte Teil, das identifizierbar war, war ein Bordwandteil, das den Umfang von drei Flugzeugfenstern umfasst", so der Bundesverkehrsminister nach seinem Überflug.

Ständig landen oder starten zwar Hubschrauber, aber warum genau, erschließt sich nicht sofort. Am Morgen wurden Spezialteams in die unzugänglichen Berge geflogen, 30 Mann, vielleicht mehr. Sie markieren Wrackteile, fotografieren die Trümmer und Unfallstelle. Es sind die Vermesser der Katastrophe. Opfer sollen erst einmal nicht geborgen werden, sagte Rettungspilot Xavier Roy. Die Frage, ob überhaupt jemals alle Opfer geborgen werden, kann bislang niemand beantworten. Bei den Arbeiten werde auch versucht, Teile der Motoren zu lokalisieren. Roy berichtete erneut von einem sehr schwierigen Gelände, in dem der Airbus A320 abgestürzt sei. An der Unfallstelle gebe es aber aktuell keinen Schnee. Die Helikopter könnten gut fliegen, es gebe wenig Wind.

Auch Angela Merkel ist in Seyne-les-Alpes. Und Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Sie werden zusammen mit den Hinterbliebenen den Opfern die letzte Ehre erweisen. Ein Kranz wird niedergelegt werden, Anwohner haben aus einer Ferienhütte einen kleinen Andachtsraum gemacht. Die Gendarmerie sorgt dafür, dass Journalisten nicht zu Nahe herankommen werden. Irgendwann steht der nächste unangenehme Teil für die Gäste an: Die Angehörigen werden gebeten, eine DNA-Probe zu abzugeben - damit die Identifizierung beginnen kann. Es wird Wochen dauern.


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