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Unerwarteter Fahndungserfolg: Wildschweine graben Kokainvorrat in italienischem Wald aus

Drogenfahnder in Italien haben Hilfe von völlig unerwarteter Seite bekommen. Bei der Jagd auf eine Gruppe mutmaßlicher Rauschgifthändler half ihnen jetzt eine Rotte Wildschweine.


Wildschweine

Wildschweine als Drogenfahnder: In einem Wald in der Toskana haben sie Kokain ausgebuddelt (Symbolbild)

DPA

Eine Rotte von Wildschweinen hat der italienische Polizei einen Erfolg im Kampf gegen Drogendealer beschert. Die Tiere hatten Medienberichten zufolge in einem Wald in der Nähe der toskanischen Stadt Montepulciano Kokain erschnüffelt, dass im Boden vergraben war. Die Wildschweine hätten die wasserdichten Behälter mit dem Rauschgift aus dem Boden gewühlt und zerstört und das weiße Pulver dabei im Wald verteilt, schreibt die italienische Zeitung "Il Tirreno".

Kokain war rund 20.000 Euro wert

Die ungewöhnliche Art der Drogenvernichtung sei ans Licht gekommen, als ein mutmaßlicher Rauschgifthändler, der von der Polizei abgehört wurde, sich in einem Telefongespräch über den Verlust der illegalen Ware im Wert von rund 20.000 Euro beklagt habe.

Die Ermittler hätten daraufhin vier Verdächtige – einen Italiener und drei Albaner – festgenommen, berichtet die Zeitung. Zwei der mutmaßlichen Drogenhändler seien in Haft gekommen und die anderen beiden unter Hausarrest gestellt worden. Laut "Il Tirreno" hatten die Männer jeden Monat rund zwei Kilogramm Kokain in Bars und Nachtclubs in der Stadt Arezzo in der Toskana sowie im nahen Siena verkauft.

Rätsel zur Erntezeit: Wie viele Wildschweine verstecken sich auf dieser Aufnahme?

Die Polizei hatte die Gruppe demnach ins Visier genommen, nachdem ein 21-jähriger Albaner im Mai letzten Jahres im Zusammenhang mit Drogengeschäften ermordet worden war.

Wildschweine in Italien stark vermehrt

Die Wildschweinpopulation in Italien ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, wie die britische Zeitung "The Guardian" vor wenigen Tagen berichtete. Sie liege derzeit bei schätzungsweise zwei Millionen Tieren - das seien doppelt so viele wie 2015. In der vergangenen Woche seien deshalb Hunderte von italienischen Bauern in die Hauptstadt Rom gekommen, um dagegen zu protestieren, dass die Regierung keine geeigneten Maßnahmen zur Begrenzung der Wildschweinvermehrung ergriffen habe. Die Landwirte beklagten sich dem "Guardian" zufolge, dass die Tiere ihre Ställe belagerten, ihr Vieh töteten und ihre Ernten zerstörten.

Ob unter den Demonstranten auch Drogendealer waren, ist nicht bekannt.

mad