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Golf von Aden: Versenktes Piratenschiff war Fischerboot

Der von der indischen Marine gemeldete Erfolg im Kampf gegen Piraten vor der Küste Somalias war offenbar ein großer Irrtum. Statt des Mutterschiffs der Piraten, wie zunächst behauptet, hat die Fregatte ein thailändisches Fischerboot getroffen. Ein Besatzungsmitglied sei dadurch getötet worden, 14 weitere würden noch vermisst.

Ein von einem indischen Kriegsschiff versenktes vermeintliches Schiff somalischer Piraten war ein thailändischer Fischtrawler. Das teilte ein Sprecher der Seeschifffahrtsorganisation International Maritime Bureau (IMB), Noel Choong, am Mittwoch in Kuala Lumpur mit.

Ein Besatzungsmitglied sei getötet worden, als das indische Kriegsschiff das Feuer eröffnet habe, sagte Choong. 14 Besatzungsmitglieder würden noch vermisst. Ein kambodschanischer Seemann sei vier Tage später von einem Fischer gerettet worden.

Choong sagte, das IMB sei am Dienstagabend von der in Bangkok ansässigen Reederei Sirichai Fisheries, der die vermisste "Ekawat Nava5" gehört, über den Irrtum unterrichtet worden. Die indische Marine hatte berichtet, sie habe ein "Piraten-Mutterschiff" bekämpft und in Brand geschossen.

Die Versenkung des vermeintlichen Piraten-Mutterschiffes war in der vergangenen Woche als spektakulärer Coup im Kampf gegen die somalischen Seeräuber am Horn von Afrika gefeiert worden.

DPA/AP/AP/DPA