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Seltener Gast im Mittelmer Junger Grauwal sucht den Weg zurück zum Pazifik

Ein Grauwal wurde vor der Küste Südfrankreichs gesichtet und sucht den Weg zurück zum Pazifik.
Die Schwanzflosse eines Grauwals vor der Bering-Insel im Pazifik. Hier sind die Säuger eigentlich zuhause. (Symbolbild) 
© pilipenko D / Picture Alliance
Ein Grauwal ist im Mittelmeer vor der Küste Südfrankreichs gesichtet worden. Das Jungtier sucht offensichtlich einen Weg zurück in sein Heimatrevier.

Einem Experten zufolge sucht ein junger Grauwal an der Küste Südfrankreichs einen Weg, um das Mittelmeer zu verlassen. Seine Strategie sei gut, so Eric Hansen vom französischen Amt für Biodiversität (OFB) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. 

Das etwa 15 Monate alte Tier sei in den vergangenen Tagen mehrfach gesichtet worden, hatte zuvor auch das französische Netzwerk für gestrandete Meeressäuger (RNE) berichtet. Demnach wurde der acht Meter lange Wal bereits Anfang März vor Marokko und in den vergangenen Wochen vor Italien beobachtet.

Der Grauwal hat sich in Südfrankreich aus einem Fischereinetz befreien müssen

Der Meeressäuger könnte an der spanischen Küste entlangschwimmen und dann die Meerenge von Gibraltar erreichen, die den Zugang zum Atlantik erlaubt, vermutet Meeresexperte Hansen. Der rund acht Meter lange Wal wurde demnach jüngst am Hafen von Sète bei Montpellier gesehen. Zuvor habe er sich bei Port-Saint-Louis-du-Rhône aus eigener Kraft aus einem Fischereinetz befreit. Der Wal hatte bereits an der Küste Italiens für Aufregung gesorgt.

"Es ist möglich, dass sich dieser in Kalifornien geborene Wal während seiner ersten Futtersaison in der Beaufortsee verirrt hat und dass er, anstatt in den Pazifik zurückzukehren, in den Atlantik geschwommen ist, bevor er sich ins Mittelmeer verirrt hat", vermutete Adrien Gannier, Tierarzt und Mitglied des Netzwerks RNE.

Unwahrscheinlich, dass er die Strecke bis zu seinem Heimatrevier überlebt

Die Experten hoffen nun, dass das Walkalb seine Reise in Richtung des Golfs von Lion und dann der spanischen Küste fortsetzt, bevor es bei Gibraltar in den Atlantik schwimmen kann, um von dort wieder über die nördlichen Gewässer in den Pazifik zu gelangen. Das Tier sei bei guter Gesundheit, habe aber an Gewicht verloren, weil seine Futtergewohnheiten nicht für das Mittelmeer geeignet seien, sagte Gannier.

Auch sein Kollege Hansen meinte, der etwa 15 Monate alte Wal habe sich wohl verirrt. Er hält es für unwahrscheinlich, dass der Wal es schaffe, sein Heimatrevier im Pazifik wiederzufinden, auch, weil er schon recht abgemagert sei.

Die Riesentiere sind im Mittelmeer höchst selten und leben eigentlich in anderen Regionen der Erde, im Ostpazifik und im westpazifischen Gewässern. Der größte Teil der Population lebt im Winter bei Baja California und im Sommer in Alaska. Während 2010 bereits vor Israel und Spanien ein Grauwal gesichtet worden war, sei die Entdeckung für Frankreich eine Premiere, sagte Tierarzt Gannier.

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stz DPA AFP

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