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Harvard-Professor erfindet Alkoholspray: Auf Knopfdruck blau

Einmal drücken, kurz warten, fertig ist der Vollrausch: Ein neues Gadget soll für den kontrollierten Rausch sorgen - und das ganz ohne Kater. Das Alkoholspray hat aber seinen Preis.

Von Christoph Fröhlich

Saufen ohne Schädel? Geht nicht? Geht doch - behaupten jedenfalls der französische Star-Designer Philippe Starck und Harvard-Professor David Edwards. Sie haben ein neuartiges Alkoholspray mit dem Namen "Waah Quantum Sensations" entwickelt. Das Designerspray sieht nicht nur umwerfend aus, sondern soll auch die dementsprechende Wirkung haben: Einmal auf den roten Knopf drücken, tief Luft holen, 20 Sekunden warten, schon beginnt das Kopfkarussell, verspricht der Hersteller.

Mit stilvollem Trinken hat das Gadget freilich nichts zu tun. Eine Sprayeinheit enthält 0,075 Milliliter Alkohol, das ist ein Tausendstel eines klassischen Drinks. Doch das reicht, um das Gehirn für eine Weile zu benebeln. Dabei werden die gleichen Hirnregionen beflügelt, die den Rausch nach ein paar Gläsern Rotwein vermitteln. Das Besondere: Der Sprayer merkt fast nichts, außer einem Hauch von Wodka auf der Zunge.

Erhältlich ist der Sprühcocktail über das Internet oder im Pariser Geschäft "Le Laboratoire" in der Nähe des Louvre. Der Geschäftsführer Alexandre Terrien sagte dem britischen "Guardian", Waah richte sich nicht nur an feiersüchtige Studenten, sondern auch an Banker, Geschäftsleute oder Bauarbeiter, die "einen plötzlichen Schub Energie und Glücksgefühl brauchen und sich mental kurz fallen lassen möchten".

Nach Schokolade jetzt Vodka

Der Harvard-Professor David Edwards ist einer der weltweit führenden Spezialisten für den Fachbereich "Biomedical Engineering". Bereits im Jahr 2008 entwickelte er innovative Sprühflaschen mit den Geschmacksrichtungen Tee, Schokolade und Kaffee. Laut eigener Aussage wurden seitdem mehr als 400.000 Stück verkauft. Das Alkoholspray sei nur die neueste Schöpfung. "Jeder hat gelegentlich das Bedürfnis nach einem leichten Schwindel und der Ablenkung", sagt Starck während der Präsentation des Waah-Sprays. "Wir fragten uns, ob wir das selbe angenehme Gefühl erzeugen könnten, was man beim Nippen von Alkohol hat, ohne das Risiko des Betrunkenwerdens."

Die Trunkenheit auf Knopfdruck hat aber ihren Preis: Ein Fläschchen reicht für 21 Sprühvorgänge und kostet rund 20 Euro. Auf eine handelsübliche Flasche (0,7 Liter) hochgerechnet bräuchte man 444 Sprühdosen, das entspricht knapp 9000 Euro. Den Vollrausch kann man also billiger haben.

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