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Lebenshilfe in Nürnberg Wo Menschen mit Behinderung träumen können

Montagmorgen in der Förderstätte der Lebenshilfe . Hier beginnt der Alltag für 42 Erwachsene, die mehrfach behindert und auf Unterstützung angewiesen sind. Alle Tagesstättenbesucher werden individuell betreut.


Erika Brischle leitet die Einrichtung und ist für die Mitarbeiter verantwortlich.
„Die Mitarbeiter sind ein ganz wichtiger Teil. Sie sind immer am Menschen dran und erleben den Tag gemeinsam. Sie sind die Mittler für das, was die Menschen verbal nicht ausdrücken können.“


So ist es auch bei Betreuer Daniel Grebien und Liane. Er kann ihre Laute, Gestik und Mimik mittlerweile deuten. Und das obwohl die beiden einen holprigen Start hatten.
„Am Anfang wenn ich sie angefasst habe, hat sie sich weggedreht, aber inzwischen dürfen wir uns gegenseitig berühren. Jetzt ist sie ganz entspannt. Ich musste mich erst daran gewöhnen, vorher habe ich mit Körperbehinderten gearbeitet, die sich artikulieren konnten. Hier musste ich lernen, dass es viel kleinere Schritte sind."


Die Besucher der Tagesstätte sind für die Anstellung in einer Behindertenwerkstatt noch nicht oder nicht mehr geeignet. Hier sollen sie behutsam auf eine solche Arbeit vorbereitet werden oder arbeitsnahe Aufgaben übernehmen. Die Tagesstätte
schafft damit den Rahmen für einen Tagesablauf, der für Menschen ohne Behinderung ganz normal ist: Arbeiten, gemeinsam Kochen, Essen und Hobbys. Nach dem Besuch der Tagesstätte kehren alle zu ihren Familien oder in Wohnheime und Wohngruppen zurück.


Bei allen Tätigkeiten unterstützt ein Betreuer die Menschen mit Beeinträchtigung, ohne die Aufgabe komplett zu übernehmen. Durch die gemeinsame Bewältigen der Aufgabe, soll ihre Selbstständigkeit gefördert werden. Wer kann, hilft in der hauseigenen Mangelei mit.
"Sie werden gebraucht. Und das was sie können, das können sie einsetzen und das wird verwendet. Das ist ganz wichtig für das Selbstwertgefühl und auch für die Lebensqualität." so Erika Brischle.


Die Tagesstätte hat viele Räume zum Basteln, Werken und Spielen, doch was fehlt ist ein Rückzugsort. Für Menschen mit Behinderung ist der Alltag in der Gruppe hektisch, für Rollstuhlfahrer das lange Sitzen anstrengend.


Von unserer Spendenaktion Deutschlands Herzschlag hat sich die Lebenshilfe Nürnberg einen so genannten Snoezelraum gewünscht. Hier kann man mit Hilfe von Licht- und Musikreizen entspannen – gerade für Menschen mit schweren Behinderungen ein Highlight. Den Raum weiht heute unser Botschafter Stefan Schindler ein.


"Wir sind sehr froh und stolz drauf, dass wir euch den Wunsch eines Snoezelraums erfüllen konnten. Das wird sicher für die Betreuer eine Erleichterung sein und ich denke auch dass ihr ganz gespannt seid, was euch im Snoezelraum erwartet. Dann will ich euch nicht länger nicht länger auf die Folter spannen und wir schauen uns das gemeinsam an.“


Renate Oberhofer
 ist zu Tränen gerührt. Ihre 22 jährige Tochter besucht die Tagesstätte: „Ich bin überwältigt, ich hab mir das gar nicht so groß vorgestellt und nicht so schön- nicht so entspannend, überwältigend, ich finde es ganz ganz klasse. Sowas hab ich noch nie gesehen. Riesig schön."
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Die Tagesstätte der Nürnberger Lebenshilfe betreut Menschen mit schwersten Behinderungen. Die Mitarbeiter beweisen jeden Tag, dass sie echte Helden sind. Wir ziehen den Hut vor so viel Engagement und überraschen den Verein mit einem Ort zum Träumen.
Von Jasmin Junior und Kerstin Gressnich

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