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Im Nachtzug: Bundespolizei fasst mutmaßlichen Flugzeugentführer

Durch einen Zufall haben Bundespolizisten in einem Nachtzug in Schleswig-Holstein einen mit internationalem Haftbefehl gesuchten mutmaßlichen Flugzeugentführer gefasst.

Durch einen Zufall haben Bundespolizisten in einem Nachtzug in Schleswig-Holstein einen mit internationalem Haftbefehl gesuchten mutmaßlichen Flugzeugentführer gefasst. Die Beamten griffen den 31 Jahre alten Türken während der Fahrt des aus Kopenhagen kommenden "City Night Liners 443" in Höhe Neumünster auf, weil er sich lediglich mit einem im Ausland ungültigen italienischen Dokument ausweisen konnte, wie die Bundespolizei im schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt am Mittwoch mitteilte. Bei der Überprüfung entpuppte sich der Mann dann als gesuchter Verdächtiger.

Der 31-Jährige soll nach Angaben aus Ermittlerkreisen 2006 eine Maschine der "Turkish Airlines" auf einem Flug von der albanischen Hauptstadt Tirana nach Istanbul entführt haben. Der mit mehr als hundert Passagieren besetzte Flieger war aber von italienischen Kampfjets abgefangen und zur Landung auf dem Flughafen von Brindisi gezwungen worden, wo die Geiselnahme unblutig endete. Damaligen Medienberichten zufolge sollte der Mann mit dem Linienflug in seine türkische Heimat abgeschoben werden, aus der er als Kriegsdienstverweigerer nach Albanien geflohen war. Dort hätte ihm eine Haftstrafe gedroht, was er offenbar vermeiden wollte.

Nach Angaben der Bundespolizei war der 31-Jährige von albanischen Behörden wegen der Flugzeugentführung 2008 zur Fahndung ausgeschrieben worden. Unter welchen Umständen er nach seiner damaligen Festnahme in Italien lebte und wie er später anscheinend untertauchen konnte, war am Mittwoch zunächst unbekannt.

AFP / AFP